Einstimmig bei fünf Enthaltungen

Stadtrat beschließt: Flüchtlingswohnheim wird Jugendzentrum

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Neuer Standort für das Jugendzentrum: Das ehemalige, seit Jahren leer stehende Flüchtlingswohnheim am Kohnser Weg.

Einbeck. Nach über einem Jahr dauernder Debatte hat der Einbecker Stadtrat einen neuen Standort für das städtische Jugendzentrum gefunden. Einstimmig bei fünf Enthaltungen sprachen sich die Politiker für das ehemalige, seit Jahren leer stehende Flüchtlingswohnheim am Kohnser Weg aus.

Bei der Abstimmung gab es allerdings fünf Enthaltungen aus den Reihen der CDU und von Bürgermeisterin Sabine Michalek. Das Flüchtlingswohnheim soll umgebaut werden. Dort soll mittelfristig auch ein Jugendgästehaus entstehen, sobald dafür die Finanzierung gesichert ist.

Insgesamt soll diese Lösung rund 1,086 Millionen Euro kosten, davon entfallen allerdings rund 670.000 Euro allein auf die später geplante Sanierung und Anbau eines Jugendgästehauses. Das bislang vom DRK betriebene Gästehaus für Jugendliche musste wie das städtische „Haus der Jugend“ dem im Juli eröffneten Automobil-Museum PS-Speicher weichen.

Das Gelände am Tiedexer Tor wird für Parkplätze genutzt, ins ehemalige Jugendgästehaus zieht die Verwaltung der Kulturstiftung Kornhaus ein, die den PS-Speicher betreibt. In den vergangenen Monaten waren von der Verwaltung insgesamt 28 Immobilien geprüft worden, ob sie neuer Standort für das Haus der Jugend sein könnten.

Zuletzt standen der Politik noch zwei Alternativen zur Auswahl: Neben dem ehemaligen Flüchtlingswohnheim im westlichen Stadtgebiet noch das Gemeindezentrum der Neustädter Kirche, in dem auch die Jugendkirche Marie des evangelischen Kirchenkreises Leine-Solling zuhause ist. Aus den Reihen der sich enthaltenden CDU-Ratsmitglieder kamen Stimmen, mit der Entscheidung gegen das Gemeindehaus werde eine einmalige Chance vertan, kirchliche und kommunale Jugendarbeit an einem Standort zu bündeln, dort Jugendliche unterschiedlicher Herkunft und sozialer Schichten zu integrieren.

Für Willi Teutsch (Ahlshausen) rückt das neue „Haus der Jugend“ am Kohnser Weg an den Rand der Stadt, dort gehörten Jugendliche nicht hin: „Wenn es zum Schwur kommt, kapitulieren wir vor der ausgeprägten Doppelzüngigkeit.“ Im Umfeld des Gemeindezentrums hatte es von Anwohnern zuletzt massive Gegenwehr gegeben, sie befürchten zunehmende Lärmbelästigungen.

Auch Bernd Huwald (Opperhausen) sieht das Jugendzentrum mit dem Beschluss nun an den Rand gedrängt, sagte zudem: „In ein abrissfähiges Gebäude zu investieren, halte ich für einen groben Fehler.“ Die Mehrheit sah das anders. Sprecher von SPD, CDU, FDP, Grünen und GfE/Bürgerliste betonten, bei dem neuen Standort am Kohnser Weg habe Einbeck die Chance, auf einem großflächigen Grundstück in mehreren Schritten eine Zukunftsperspektive für Jugendliche zu schaffen, ohne dass sich diese eingeengt fühlen müssten. (zfb)

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