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Start frei für neun Windräder bei Einbeck

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Von: Frank Bertram

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Spatenstich für neun Windkraftanlagen bei Einbeck (v.l.): Thomas Kahle, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Eunice Schenitzki,  Projektentwickler Helge Ahrens und Carsten Hühne (Flächenpool).
Spatenstich für neun Windkraftanlagen bei Einbeck (v.l.): Thomas Kahle (Ortsbürgermeister Holtensen), Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Eunice Schenitzki (Ortsbürgermeisterin Hullersen), Projektentwickler Helge Ahrens (SAB Windteam) und Carsten Hühne (Flächenpoolgemeinschaft Holtensen-Hullersen), im Hintergrund einige Eigentümer der Grundstücke. © Frank Bertram

Im Ilmebecken südwestlich von Einbeck haben die Arbeiten für neue Windkraftanlagen begonnen.

Einbeck-Hullersen - Zwischen den Einbecker Ortschaften Holtensen, Hullersen und Dassensen werden neun 5-Megawatt-Windräder entstehen. Bauherr und Projektentwickler ist die SAB Windteam GmbH aus Itzehoe, die 50 Millionen Euro investiert. Den symbolischen Spatenstich hat SAB jetzt mit Vertretern der Ortschaften, der Stadt und der Grundeigentümer vorgenommen. Ende 2023 sollen die neun Windturbinen Strom erzeugen.

Mit dem Baustart ist ein zehn Jahre dauernder Marathonlauf durch Genehmigungs- und Planungsverfahren abgeschlossen. „Wir hatten uns das schneller vorgestellt und das Projekt stand auch mehrfach infrage“, räumte Projektentwickler Helge Ahrens vom SAB Windteam ein. Zuletzt hätten unterbrochene Lieferketten und die Inflation das Vorhaben vor große Herausforderungen gestellt, allein der Trafo für das Umspannwerk südlich der Windräder habe eine Lieferzeit von 20 Monaten.

Ahrens dankte den Grundeigentümern für deren Geduld und Vertrauen „in diesen schwierigen Zeiten“. SAB erhält durch Veränderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) keine feste Vergütung für den Strom mehr, sondern hat im Februar bei einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur den Zuschlag erhalten. Die Anlagen müssen danach spätestens im März 2024 in Betrieb gehen.

Für den Eingriff ins Landschaftsbild erhält der Landkreis Northeim von SAB einen Ausgleich in Höhe von knapp 700 000 Euro. SAB will außerdem Ausgleichsmaßnahmen wie Gehölz- und Staudenpflanzungen und Ablenkflächen für geschützte Greifvögel schaffen.

40 Landeigentümer bilden Gemeinschaft

Wegen der kleinteiligen Flächenstrukturen in dem Gebiet habe man schon vor zehn Jahren entschieden, dass die Grundeigentümer nur gemeinsam agieren könnten, sagte Carsten Hühne (Holtensen) als Vertreter der 2012 gegründeten Flächenpoolgemeinschaft aus rund 40 privaten Landeigentümern sowie den beiden damals noch selbstständigen Kirchengemeinden.

„Das war richtungsweisend und visionär und zeigt, wie es funktionieren kann“, erklärte Hühne. Die 2013 vereinbarten Nutzungsverträge haben bereits Regelungen berücksichtigt, die erst 2023 in das EEG einfließen werden.

Teil der Nutzungsentgelte für Projekte der Dorfgemeinschaften

Unter anderem verzichten die Eigentümer für mindestens 20 Jahre auf einen Anteil ihrer Nutzungsentgelte und stellen sie stattdessen den umliegenden Dörfern zur Förderung des sozialen und kulturellen Gemeindelebens zur Verfügung. Dafür wird aktuell ein Förderverein gegründet. Ortsräte, Vereine und auch Bürger können Vorschläge für gemeinnützige Projekte in den umliegenden Dörfern machen. Die Mitgliederversammlung des Vereins entscheidet dann.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek erinnerte an den langen Planungsprozess, in dem Einbeck die 2019 beschlossene Ausweisung von Vorrangflächen mit Ausschlusswirkung letztlich selbst in der Hand behalten habe. Das habe, beispielsweise mit der großzügigeren 1000-Meter-Abstandsregelung zu Orten im Flächennutzungsplan nach Bürgerprotest vor allem aus Dassensen, die Akzeptanz ebenso gefördert wie es die aktive gemeinsame Herangehensweise der Grundstückseigentümer tue. „Die modernen Windmühlen werden das Landschaftsbild verändern, aber wenn wir die Energiewende ernst nehmen, dann müssen wir vor Ort anfangen“, sagte die Rathauschefin.

Strom für 20.000 Vier-Personen-Haushalte

Im Windpark Holtensen-Hullersen werden neun Windkraftanlagen gebaut, jedes hat eine Nabenhöhe von 161 Metern und ist 240 Meter hoch. Die überstrichene Fläche je Anlage beträgt 20 000 Quadratmeter – eine Fläche von zwei Fußballfeldern. Die Gesamtleistung des Windparks beträgt 49,5 Megawatt, die einen Jahresertrag von 80 Gigawattstunden Strom erzielen kann. Das entspricht dem Durchschnittsverbrauch von mehr als 20 000 Vier-Personen-Haushalten.  (Frank Bertram)

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