Archäologische Grabung im Gewerbegebiet an der Schwammelwitzer Straße

Steinklinge steckte im Butterberg von Einbeck

Einbeck – Eine zwölf Zentimeter lange Steinklinge aus der Jungsteinzeit haben Archäologen am Butterberg in Einbeck gefunden. „In dieser Länge ist ein solcher Fund selten“, berichtet Grabungsleiterin Jana Nolle (Berlin).

Auf einem zwei Hektar großen Areal im Gewerbegebiet an der Schwammelwitzer Straße, das in Kürze bebaut werden soll, haben die Experten in den vergangenen drei Monaten nach Siedlungsspuren aus früheren Zeiten gesucht. Rund 500 Befunde hat das in Spitzenzeiten 14-köpfigen Archäologenteam dabei dokumentieren können.

Neben drei Hausgrundrissen aus der Jungsteinzeit (etwa 4600 v.Chr.) und 15 Pfostenhäusern aus der Eisenzeit (etwa 500 v.Chr.) konnten die Archäologen Siedlungsgruben sowie prähistorische Jagdfallen untersuchen. In diesen 20 gefundenen sogenannten Schlitzgruben aus der Steinzeit sollten sich Tiere verfangen, erzählt Nolle. Die Fallen sind etwa zwei Meter lang und bis zu 50 Zentimeter breit sowie trichterförmig tief gegraben.

Die Datierungen konnten die Archäologen auch durch gefundene Keramik-Reste aus der Eisenzeit, einen Schleifstein und sieben entdeckte sogenannte Spinnwirtel aus der Eisenzeit vornehmen.

Zu den selten in dieser Länge gefundenen Gegenständen aus früheren Zeiten zähle die Steinklinge aus der Steinzeit, ein Schneidwerkzeug, das gerne geteilt worden sei und deshalb nur selten in dieser Länge erhalten bleibe, berichtet Nolle.

Das Gebiet am Butterberg südlich von Einbeck gehört zu den bekannten frühen Siedlungsgebieten Einbecks. Erst im vergangenen Jahr hatten Archäologen an einer anderen Stelle des Gewerbegebietes Eisenzeit-Hausgrundrisse gefunden. Die Gegend eignete sich damals besonders gut für Siedlungen. „Es gab hier fruchtbaren Lößboden, eine leichte Hanglage, das Wasser der Ilme war in der Nähe, aber man war gleichzeitig vor Hochwasser geschützt“, erläutert Einbecks Stadtarchäologe Markus Wehmer. zfb

Rubriklistenbild: © Frank Bertram

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