Finanzminister im Einbecker Brauhaus

Brauerei-Krisentreffen in Einbeck - Finanzminister Hilbers: Land stundet die Biersteuer

Nach der Brauerei-Führung in Einbeck mit Abstand (v.l.): Einbecks Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch, Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) und Michael Scherer, der Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände.
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Brauerei-Führung in Einbeck nach dem Corona-Krisentreffen. Das Bild zeigt von links Einbecks Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch, Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) und Michael Scherer, der Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände.

In der Funktion als Krisenmanager in der Corona-Pandemie war der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) im Einbecker Brauhaus zu Gast.

Einbeck – Die Brauereien leiden unter Absagen von Großveranstaltungen und monatelangen Gastronomie-Schließungen. Einbeck war der Ort für ein Treffen mit der „Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände“, einem Zusammenschluss von regionalen Brauereiverbänden, der drei regionalen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände sowie von Brauereien direkt, darunter auch die Einbecker Brauhaus AG.

Erlassen wird den Brauern die Biersteuer in der aktuellen Krise zwar nicht, aber über Stundungen haben Politik und Wirtschaft sich in Einbeck verständigt. Einzelheiten dazu waren unter anderem Inhalte des Gesprächs, an dem neben Martin Deutsch, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG, der Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände, Michael Scherer, teilnahm.

Dass es um keine kleinen Summen geht, macht eine einfache Rechnung deutlich: Pro Drittelliterflasche werden vier Cent fällig, das sind 1,08 Euro pro Bierkiste mit insgesamt zehn Litern Bier.

Es geht um zehn Millionen Euro in zwei Jahren

Allein die Einbecker Brauhaus AG hat seit dem Amtsantritt von Finanzminister Hilbers im November 2017 bis heute rund zehn Millionen Euro an Biersteuer an die Oberzolldirektion bezahlt, sagt Brauerei-Sprecher Ulrich Meiser. Für einen Hektoliter produziertem Bier mit einem Stammwürzegehalt von 12 Grad Plato (ein durchschnittlich starkes Bier), müssen Brauer 9,40 Euro Steuern an das Land zahlen.

Weitere Themen des Gesprächs waren die Besteuerung des Pfandes und deren komplizierte Auswirkungen auf Rückstellungen und die Unternehmensbilanzen sowie die Mengenstaffeln für die Biersteuer. Die veränderten Staffeln seien vor allem für kleine Brauereien finanziell belastend, hieß es.

Vor den Gesprächen machten die Beteiligten einen Rundgang durchs Einbecker Brauhaus. Finanzminister Reinhold Hilbers war anschließend des Lobes voll, mit welchen modernen Maschinen die Einbecker heute ihr Bier brauen. Als ehemaliger Banker habe er da ein Auge für, lächelt Hilbers.

Gelernt habe er, dass moderne Flaschenabfüllanlagen eine Vielzahl verschiedenförmiger Flaschen ohne große Anstrengungen verarbeiten können, sagte der Minister. Auch für die moderne, umweltfreundliche neue Filteranlage hat sich der Finanzminister interessiert.

Natürlich von Interesse war auch, wie die Würze ins Bier kommt. Kein Wunder bei einem Finanzminister: Der Biersteuersatz wird schließlich nach Grad Plato berechnet, dem Maß für den Stammwürzegehalt. 

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