Solidarität wird großgeschrieben

Strohballen in Flammen: Landwirte helfen bei Wiederaufbau des abgebrannten Lagers in Greene

Dirk (von rechts) und Hendrik Engelke und ihr Mitarbeiter Christoph Dauer.
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Zufriedene Kühe, erleichterte Landwirte: Dirk (von rechts) und Hendrik Engelke und ihr Mitarbeiter Christoph Dauer.

Nach einer Brandstiftung standen 2000 Rundballen der Landwirte Dirk und Hendrik Engelke aus Greene in Flammen. Nun helfen zahlreiche Landwirte dabei, das Lager wieder aufzufüllen.

Greene/Einbeck – Diesen Tag werden die Landwirte Dirk und Hendrik Engelke aus Greene so schnell nicht vergessen: Am 9. September 2020 mussten sie mit ansehen, wie ihre komplette Ernte in Flammen aufgeht. Ein Brandstifter hatte ihr Strohballenlager angezündet, das Feuer breitete sich blitzschnell aus.

Das Stroh war als Einstreu für ihre mehr als 350 Kühe und Jungtiere gedacht. Wie sie ohne den Vorrat den Winter überstehen sollten, war unklar. Der 25-jährige Hendrik Engelke hatte noch versucht, mit dem Teleskoplader einige Rundballen zu retten – vergeblich: „In einer halben Stunde stand alles in Flammen“, sagt er.

5000 Meter Feuerwehr-Schläuche

Und auch die Feuerwehren standen vor einem Problem: 5000 Meter Schläuche waren nötig, um das Feuer löschen zu können. Sie ließen das Stroh gezielt abbrennen, weil es eh nicht mehr hätte verwertet werden können.

Strohballen gingen in Flammen auf: Ein Brandstifter hatte das Lager angezündet.

Neben dem materiellen Verlust, Strohballen werden zwischen 20 und 40 Euro gehandelt, war auch die wochenlange mühevolle Arbeit umsonst. „Bei der Strohernte hat man vier bis fünf Wochen zu tun, bis alles unter Dach und Fach ist“, sagt der 54-jährige Betriebsinhaber Dirk Engelke.

Kurz nach dem Brand passierte etwas Unerwartetes: In den sozialen Medien kursierten Aufrufe, den in Not geratenen Landwirten zu helfen. Und die Resonanz war überwältigend. „Damit haben wir nicht gerechnet, dass unter Landwirten so eine Solidarität herrscht“, sagt Hendrik Engelke.

Kollegen starteten Aufruf zur Unterstützung

Der 25-Jährige ist im Verein „Land schafft Verbindung“ aktiv, der sich für allgemeine Belange der Landwirtschaft einsetzt.

Als die Nachricht von dem abgebrannten Strohballenlager die Runde machte, starteten die engagierten Landwirte einen Aufruf zur Unterstützung ihrer in Not geratenen Berufskollegen. Viele weitere Landwirte hätten sich spontan gemeldet und Stroh zum Selbstkostenpreis oder für einen geringen Obolus angeboten.

Auch danach ging die Unterstützung weiter: Mehrere Kollegen halfen dabei, die riesigen Mengen Stroh von den meist weit entfernt liegenden Höfen der Anbieter nach Greene zu schaffen. Einmal seien sie mit zehn Gespannen bis nach Springe gefahren, um 800 Ballen zu holen, sagt Hendrik Engelke. „Wir waren den ganzen Tag unterwegs, das war ein ziemlicher Ritt.“ Ohne die Unterstützung ihrer Kollegen hätten die Greener Landwirte an Stroh sparen müssen. „Die Tiere hätten dann gelitten“, sagt Hendrik Engelke. Jetzt aber sei die Versorgung gesichert: „Bis zur Gerstenernte wird es reichen.“ (Heidi Niemann/pid)

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