Übung: Kran hilft bei Rettung Übergewichtiger

Einbeck. Verschiedene Techniken der Höhenrettung tauschten am Sonnabend rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Bergwacht und DRK bei einem Tragenworkshop in Einbeck aus. „Das ist nicht allein eine Tätigkeit der Feuerwehr", sagt Fachberater Chris Preuß über die spezielle Form der Rettung.

Wenn durchs Treppenhaus nichts mehr geht, müssen übergewichtige Patienten durch offene Fenster auf speziellen Schleifkorbtragen liegend abgeseilt werden. Und das nicht nur, wenn es brennt, sondern auch, wenn sie beispielsweise ins Krankenhaus transportiert werden sollen.

Eine übergreifende Zusammenarbeit der beteiligten Rettungsdienste sei wichtig, betont Preuß. Im Landkreis Northeim gibt es bei der Feuerwehr aktuell neun Höhenretter, vier weitere sind zurzeit in der Ausbildung.

„Jeder Patient hat ein Recht darauf, vernünftig gerettet zu werden“, sagt der bei der KWS-Werksfeuerwehr tätige Elektromeister. Chris Preuß meint damit ein menschenwürdiges Abseilen auch adipöser (= stark übergewichtiger) Menschen.

Notwendig ist dafür ein Autokran, der die Schleifkorbtrage und die Höhenretter am Seil führt. Simuliert wurde beim Workshop unter anderem, einen 210 Kilo schweren Patienten liegend aus dem Fenster im zweiten Stockwerk in den auf der Straße wartenden Rettungswagen zu transportieren.

Die speziellen Schwerlast-Rettungstransporter müssen aus Hannover, Goslar oder Kassel extra angefordert werden. „Das ist eine durchaus realistische Übung“, sagt Sebastian Radke, Fachberater Höhenrettung bei der Feuerwehr Einbeck.

Beim erstmals veranstalteten Tragenworkshop ging es für die Teilnehmer ums Netzwerken. „Der Austausch untereinander ist wichtig und noch selten“, sagt Kreisbrandmeister Bernd Kühle. Mit der Veranstaltung in Einbeck war der oberste Feuerwehrmann im Landkreis zufrieden, zollte Respekt für die aufwändige Vorbereitung des ganztägigen Workshops.

„Hier können die Kameraden untereinander voneinander lernen“, sagt Kühle, „kleine Kniffe sehen, wie machen es die anderen, und Kontakte knüpfen, um zu wissen, woher bekomme ich spezielle Hilfe.“ Zu sehen waren Arbeiten mit Drehleitern, Hubmastfahrzeugen, Autokran, Teleskop-Stapler und Ladekran.

Nicht jeder der rund 5800 Feuerwehrleute im Landkreis Northeim kann für die Rettung aus großen Höhen, der über die normale Drehleiter hinausgeht, speziell ausgebildet werden. Geschult werden die Einsatzleiter, die als Multiplikatoren fungieren und denen Fachberater zur Seite stehen.

Von Frank Bertram

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