Einbecker Museum hat unverwüstliche Traktoren im Depot

PS-Speicher präsentiert künftig samstags 54 Lanz Bulldogs

Kurator Andreas Bock (von links), Pressesprecher Stephan Richter, Depot-Hausherr Michael Stadler und Geschäftsführer Lothar Meyer-Mertel zwischen Lanz-Bulldog-Traktoren.
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Präsentierten die Eröffnung der Sammlung „Lanz-Wirtschaft“: (von links) Kurator Andreas Bock, Pressesprecher Stephan Richter, Depot-Hausherr Michael Stadler und Geschäftsführer Lothar Meyer-Mertel.

Die Ackerschlepper mit dem markanten Glühkopfmotor haben eine große Fangemeinde. Sehnsüchtig wurde von vielen Oldtimerfans deshalb die Eröffnung der „Lanz-Wirtschaft“ genannten Sammlung im Lkw-Depot des PS-Speichers Einbeck erwartet. Jetzt kann jeder die Ausstellung von insgesamt 54 Landmaschinen besuchen – von der kleinen Dampfmaschine bis zur Dreschmaschine reicht die Bandbreite.

Einbeck – Allein 37 Lanz Bulldogs des Mannheimer Kult-Herstellers sind zu sehen. „Alle haben ein arbeitsreiches Leben hinter sich“, sagt Andreas Bock, der Kurator für diesen Bereich, der dem PS-Speicher-Stifter Karl-Heinz Rehkopf besonders am Herzen liegt.

Mit einem Lanz ist Rehkopf schon als Zehnjähriger auf dem Hof seines Onkels in Hollenstedt gefahren. Andreas Bock beschäftigt sich mit den unverwüstlichen und charaktervollen Lanz Bulldogs seit 35 Jahren und betreut die Sammlung von Karl-Heinz Rehkopf, die nun erstmals vollständig gezeigt wird. „Alle unsere Exponate haben eine Geschichte“, sagt er.

37 der 54 Landmaschinen in der Sammlung sind Lanz Bulldogs, der Name „Lanz-Wirtschaft“ für die Halle stammt von PS-Speicher-Stifter Karl-Heinz Rehkopf.

Zu sehen ist der kleinste (8 PS) und der größte (63 PS) gebaute Lanz Bulldog, das älteste Exponat stammt aus dem Jahr 1923, das jüngste aus 1955, als die Heinrich Lanz AG an den US-amerikanischen Landmaschinenhersteller John Deere verkauft worden war.

Der schnellste Trecker ist der „Eil-Bulldog“. Einige Modelle haben einen Holzvergaser aus der Kriegszeit, andere sind mit Raupenketten ausgestattet. Auch eine fahrbare Bandsäge gehört zur Schau. Einer der Lanz-Traktoren war nach Australien exportiert worden und ist seit den 1990er-Jahren wieder in Deutschland – und nun in Einbeck zu sehen.

Aus fast allen Lanz-Epochen ist ein Fahrzeug vorhanden, auch seltene, die nur in geringer Stückzahl erhalten sind, beherbergt die gezeigte Sammlung. Neben Lanz Bulldogs können Besucher auch Hanomag, Fano oder Stock-Schlepper bewundern.

Dennoch heißt die Halle, in der alle Fahrzeuge stehen, „Lanz-Wirtschaft“ – ein Wortspiel, das sich Karl-Heinz Rehkopf selbst hat einfallen lassen. „Das Leben ist nicht nur Autobahn, es gibt auch den Acker der Landwirtschaft“, lächelt PS-Speicher-Sprecher Stephan Richter.

Im Depot-Eröffnung-Marathon dieses Jahres ist der neue Ausstellungsbereich eine nahrhafte „Zwischenmahlzeit“, die das Oldtimer-Spektrum der Mobilität abrundet, sagte Geschäftsführer Lothar Meyer-Mertel.

Die großen Depots für Motorrad und Automobile folgen mit ihren Eröffnungen in den nächsten Wochen bis 5. September, dann wird im Einbecker PS-Speicher mit 2500 Fahrzeugen die nach eigenen Angaben größte Oldtimersammlung Europas öffentlich zugänglich sein.

Das PS-Depot Lkw und Bus im Otto-Hahn-Park mit seinem neuen Bereich „Lanz-Wirtschaft“ ist von April bis Oktober jeden Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppen können sich auch außerhalb dieser Zeit für einen Besuch anmelden.

Der Eintrittspreis für den neuen Trecker-Sammlungsbereich ist in dem Depot-Eintritt von 10 Euro pro Person (ermäßigt 6 Euro) enthalten. Seit 2016 sind hier bereits in den 7000 Quadratmeter großen Hallen rund 300 Lkw und Busse sowie andere Nutzfahrzeuge zu sehen.

Von Frank Bertram

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