Künstlerin mit internationaler Erfahrung

Viel Herzblut: Fado-Sängerin Cristina Branco in Sülbeck

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Zog das Publikum in ihren Bann: Cristina Branco. 

Sülbeck. „Schade, dass das Konzert zu Ende ist.“ - Mit diesem Bedauern gingen viele aus dem Saal des Vereins „Kultur im Esel“ in Sülbeck.

Für zwei Stunden hatte Cristina Branco die Gäste in ihren Bann gezogen. Mit ihrer unvergleichlichen Stimme gestaltete die Fado-Interpretin ihnen einen sinnlich-melancholischen, bewegenden Abend.

Nie hätte er es für möglich gehalten, dass Christina Branco, die er in Portugal und Schweden schon live erlebt hatte, einmal auf der Vereinsbühne stehen könnte, sagte Jörg Bachmann vom Verein „Kultur im Esel“. Deshalb zeigte er sich sehr froh darüber, dass so viele Menschen den Weg zum Konzert gefunden hatten. Mit wohl mehr als 150 Menschen war der Saal so gut gefüllt, dass es schwierig war, sich einen Weg zur Theke zu bahnen.

Kein Wunder scheint das beim Musikstil Fado mit einer solch herausragenden Interpretin zu sein. 2011 wurde Fado von der Unesco als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. Der Musikstil trägt den Namen des portugiesischen Worts für Schicksal und ist vor allem in den Städten Lissabon und Coimbra verwurzelt. So spielte Lissabon bei Cristina Branco immer wieder eine Rolle.

Mit ihrer Intensität vermittelte die charismatische Sängerin den Zuhörern vom ersten Ton an das Gefühl, in einem viel größeren Konzertsaal für stehen. Das Tolle: Ihre drei Musiker waren nicht nur Anhang. Mit ihren umwerfenden, jazzig angehauchten Soli bewiesen sie musikalisches Eigenleben.

Im Fado werden die Instrumente traditionell von Männern gespielt. Bei Branco saß Ricardo Dias am, wie Branco sagte, „unverzichtbaren Klavier“, den Kontrabass spielte mit unglaublich schnellen Fingern Bernardo Moreira. Mit seinen Tänzen auf der portugiesischen Gitarre - sie gehört zum Traditionsstil - machte Bernardo Couto das Quartett komplett.

Die Künstlerin, die Auftritte vor weit größerem Publikum in Europa und Nordamerika gewohnt ist, legte ebenso viel Herzblut in ihren Auftritt in dem vergleichsweise kleinen Raum wie bei einem Auftritt vor 1000 Menschen.

Erst nach einigen Zugaben durfte die Gruppe die Bühne verlassen. Mit langem Applaus zeigten die Menschen: Sie hätten noch viel länger zuhören können.

Von Ute Lawrenz

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