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Dorfdisko M1 in Ahlshausen muss schließen

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Von: Frank Bertram

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Die Dorfdiskothek M1 in Ahlhausen muss schließen, weil es eine Klage einer Anwohnerin wegen zu starker Lärmbelästigung gibt. Am kommenden Samstag öffnet sie letztmalig für eine Abschiedsparty.
Die Dorfdiskothek M1 in Ahlhausen muss schließen, weil es eine Klage einer Anwohnerin wegen zu starker Lärmbelästigung gibt. Am kommenden Samstag öffnet sie letztmalig für eine Abschiedsparty. © Roland Schrader

Ahslhausen – Jetzt steht es fest: Die seit Jahrzehnten bestehende Dorfdiskothek M1 in Ahlhausen muss schließen.

Die erzwungene Schließung der Disko im Einbecker Ortsteil Ahlshausen hat am Mittwoch sogar die städtische Kommunalpolitik beschäftigt: Der Stadtrat Einbeck stellte sich solidarisch hinter die Betreiber des bei Jugendlichen seit mehr als 50 Jahren beliebten Treffpunkts. Dieser darf am kommenden Samstag, 10. Dezember, ein letztes Mal öffnen und muss dann geschlossen werden, weil er zu laut ist.

„M1 darf nicht sterben“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Ebrecht. Nicht nur seine Fraktion werde alles daran setzen, dass es für den Anlaufpunkt vieler Jugendlicher am Wochenende vielleicht doch noch eine Lösung geben kann. Politik versuche normalerweise, mit viel Aufwand und Anstrengungen Angebote für junge Menschen zu schaffen und mit dem Jugendtaxi Juxi oder dem „Nachteule“-Bus eine sichere Heimkehr nach Diskoveranstaltungen zu ermöglichen. „Deshalb darf das hier nicht abrupt enden.“

Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste Gemeinsam für Einbeck) kritisierte einen „Regelungswahnsinn zulasten des realen Lebens“ und betonte, dass die Schließung kein Willkürakt der Verwaltung sei. „Wir würden mit der Schließung ein Stück regionaler Identität verlieren“, sagte Alexander Kloss für die FDP-Ratsgruppe „Liberal und klar“.

Es könne jede Dorfgaststätte mit ihrem abendlichen Autoverkehr durch die Besucher genauso treffen, fürchtet Beatrix Tappe-Rostalski (CDU), die in Opperhausen selbst eine Gaststätte betreibt. Wo bleibe dann noch das Leben in den Ortschaften.

Hintergrund der Schließung ist eine Untätigkeitsklage einer Anwohnerin gegen die Stadt Einbeck, da die Bauaufsicht bis dato nicht baurechtlich gegen die Diskothek M1 vorgegangen sei. Eine aktuelle Messung durch den Landkreis Northeim als Immissionsschutzbehörde hat ergeben, dass die Lärm-Höchstwerte um zwei Dezibel überschritten werden.

Die Stadt Einbeck habe die Schließung verfügen müssen. Sie sei dazu nach Rechtslage gezwungen, weil der Grenzwert überschritten werde. „Wir dürfen als Verwaltung kein Auge zudrücken, sondern sind an Recht und Gesetz gebunden“, sagte Einbecks Justiziar Dr. Florian Schröder. Ein Verwaltungsgerichtsurteil in der Sache gibt es bislang nicht.

Eine Nachbarin beschwert sich bereits seit Längerem über die Lärmbelästigung durch den Diskothek-Betrieb. Hauptquelle der Lautstärke seien eher die an- und abfahrenden Besucher vor dem Gebäude.

Betreiber Willi Teutsch sagt, er könne auf den An- und Abfahrtsverkehr der Besucher keinen Einfluss nehmen. Er könne den Besuchern ja keine Security-Mitarbeiter mit auf den Weg schicken, bis diese im Auto sitzen.

Teutsch bedankte sich für die gezeigte Solidarität des Einbecker Stadtrates. Es gehe nicht um ihn, sondern darum die Stätte für die Jugend der Region zu erhalten. Er sei bemüht, das Gebäude weiterhin zur Verfügung zu stellen, wenn nicht als Diskothek M1, dann möglicherweise als Veranstaltungscenter Ahlshausen, dann mit aktueller Genehmigung. (Frank Bertram)

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