Schmuck, ein Handy und Bargeld als Beute

Täter gestehen vor Gericht Einbrüche in Hardegsen

Straßenschild Schwarzer Weg Hardegsen
+
Im Schwarzen Weg in Hardegsen kam es am 16. Juli zu einem Einbruch.

Wohnungseinbrüche in Hardegsen haben zwei Angeklagte vor dem Amtsgericht Northeim gestanden.

Der Jüngere bestritt jedoch, dass er sich gegen seine Festnahme gewehrt habe. Deshalb wird nun am Freitag die beteiligte Polizistin als Zeugin gehört.

Drei Wohnungseinbrüche verübte der Ältere der beiden in diesem Jahr innerhalb von fünf Juli-Tagen an drei Straßen: am Mühlenstieg, an der Bahnhofsstraße und am Schwarzen Weg. Zweimal wurde der 47-Jährige, der als Maler, Fliesenleger, Schweißer und Kfz-Mechaniker gearbeitet hat, dabei von einem 35-jährigen Tischler unterstützt.

Die Täter stemmten jeweils Türen auf, stahlen Schmuck und Uhren, ein Handy und einmal 400 Euro Bargeld. Bei der letzten Tat, dem Einbruch am Schwarzen Weg, wurden sie von der Polizei gestellt.

Der Jüngere rannte davon, eine Polizistin hinterher. Er stürzte über eine Schubkarre, die Beamtin warf sich auf ihn. Es kam zu einem Handgemenge. Der Angeklagte versicherte dem Gericht, dass er die Beamtin dabei nicht an den Haaren gepackt und ihren Kopf hin- und hergeschüttelt habe.

Er habe auch nicht mit dem Beutel, in dem er die Beute trug, auf sie eingeschlagen. Es könne allerdings sein, räumte er auf Nachfrage ein, dass er eventuell aus Versehen mit dem Beutel den Kopf der Frau berührt habe.

Woher stammen dann aber die Prellungen, von denen die Polizistin in ihrem Protokoll berichtet, erkundigte sich Richter Dr. Martin Rammert. Diese könnten vom Sturz herrühren, überlegte der Angeklagte. Zudem sei es möglich, dass sich die Beamtin während der Verfolgungsjagd an herabhängenden Ästen im Gesicht „gekratzt“ habe.

Beide Angeklagten entschuldigten sich für ihre Taten. „Es tut mir sehr leid“, erklärte der 47-Jährige. Er schäme sich vor seiner ganzen Familie.

Der jüngere Angeklagte äußerte „zutiefstes Bedauern“ über die Angst, die er den Einbruchopfern verursacht habe. Beide versicherten, „noch nie in ihrem Leben“ mit dem Gesetz in Konflikt gekommen zu sein. Tatsächlich gibt es im Bundeszentralregister keine Einträge zu den beiden, bestätigte der Richter.

„Wir sind zum Arbeiten aus Serbien nach Deutschland gekommen“, erzählte der jüngere Angeklagte. Sie hätten auch Arbeit gefunden. Nach einer Woche habe sich dann aber herausgestellt, dass sie in Deutschland eine Arbeitserlaubnis benötigten.

Eine solche hätten sie aber nicht gehabt. „Ich habe dann beim Pokern fast mein ganzes Geld verspielt“, bekannte der 35-Jährige. Um sich die nötigen Mittel für die Rückreise zu beschaffen, seien sie auf die Idee mit den Einbrüchen gekommen.

Die Angeklagten sind nach eigenen Angaben beide verheiratet. Der Ältere hat Kinder im Alter von sechs, acht und elf Jahren, der Jüngere eine vierjährige Tochter und einen siebenjährigen Sohn. Seine Frau, so der 35-Jährige, sei im siebten Monat schwanger. Beide sitzen seit Juli in Untersuchungshaft.

Von Michael Caspar

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.