Martin-Luther-Schule Northeim als Vorreiter

Nur eine Schule bietet islamische Religion an

Northeim. Gute Nachrichten für die 49.000 Schüler muslimischen Glaubens in Niedersachsen: Ab diesem Schuljahr führt das Land stufenweise islamischen Religionsunterricht als ordentliches Schulfach ein – zunächst an Grundschulen.

Ab dem Schuljahr 2014/15 soll die fünfte Klasse der Sekundarstufe I folgen. Im Landkreis Northeim bietet nur die Martin-Luther-Schule in Northeim islamischen Religionsunterricht an. Andere Schulen haben noch keinen Bedarf an dem Fach bei der Landesschulbehörde angemeldet, so eine Sprecherin.

„Wir haben bereits seit 2007 am Modellversuch zum islamischen Religionsunterricht teilgenommen“, berichtet Martin-Luther-Schulleiterin Andrea Kamrowski. Die Schule war eine von 41 Grundschulen, die testweise islamischen Religionsunterricht erteilten. Auch Schulen aus Göttingen, Osterode und Hann. Münden beteiligten sich. Ihre Erfahrungen flossen in die Erstellung des Lehrplans ein, betonte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) kürzlich bei einer Pressekonferenz: „Die Lehrkräfte für diesen Unterricht sind sowohl fachwissenschaftlich und fachdidaktisch als auch pädagogisch ausgebildet und verfügen alle über die islamische Lehrerlaubnis, die Idschaza.“

Anders als das Fach Werte und Normen ist islamischer Religionsunterricht in Niedersachsen Bekenntnisunterricht – wie auch sein evangelisches oder katholisches Pendant. Die Lehrer müssen also selbst gläubig sein. Ihre Religionsgemeinschaft muss ihnen zudem eine Lehrerlaubnis erteilen, erklärt Kamrowski.

Der islamische Religionsunterricht könne jahrgangs- oder klassenübergreifend angeboten werden, wenn sich mindestens zwölf Schüler anmelden, heißt es aus dem Kultusministerium. Wie viele Schüler bereits das Angebot nutzen, steht noch nicht fest, die Anmeldung lief bis Schuljahresbeginn. Jetzt werden Daten aller Schulen erhoben, das Ergebnis wird für September erwartet. (fst)

Rubriklistenbild: © dpa

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