Eine Tür zu allen Verwaltungen von Landkreis, Städten und Gemeinden

Finanzausschuss des Kreistags stimmt Digitalisierungsstrategie für den Landkreis zu

Vor einem Bildschirm mit der Startsseite der Homepages des Landkreises Northeim hält eine Hand ein Smartphone.
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Von zu Hause Zugang per Computer oder Smartphone zu den Verwaltungen im Landkreis Northeim, das verspricht die Digitalisierungsstrategie der Kreisverwaltung.

Digitalisierungsschub: Nachdem das Online-Banking und das Einkaufen im Internet für die meisten Bürger längst zur lieb gewordenen Routine geworden sind, soll nun auch der digitale Gang ins Rat- oder Kreishaus zum Alltag werden.

Northeim – Unter der Federführung des Landkreises Northeim sollen die Dienstleistungen der Verwaltungen im Online-Portal „Rathaus direkt“ gebündelt werden. Das Portal gehört zur Digitalisierungsstrategie des Kreises unter dem Titel „Die Zukunft ist l@ndlich“. Diese segnete der Finanzausschuss des Northeimer Kreistags in seiner jüngsten Hybrid-Sitzung einstimmig ab.

Bis auf die Stadt Northeim und die Gemeinde Katlenburg-Lindau, die noch nicht richtig aus den Puschen gekommen seien, hätten bereits alle anderen Kommunen fest signalisiert, dass sie beim gemeinsamen Online-Portal „Rathaus direkt“ mitmachen wollen, sagte Nils Johannson, der sich in der Kreisverwaltung um die Digitalisierungsstrategie des Landkreises kümmert. Die Kreisverwaltung rechne damit, dass die Verträge bis Juni unter Dach und Fach seien.

Johannson nannte als Beispiel, die Möglichkeit einen Bauantrag zu stellen. Werde er etwa in Einbeck über das Portal gestellt, lande er automatisch in der Bauabteilung der Stadt, die ihre Bauanträge selbst genehmigt. Stellt ein Bürger dagegen einen Bauantrag in der Gemeinde Dassel, würde er beim Landkreis als die dann in diesem Fall genehmigende Behörde landen.

Im Rahmen der weiteren Digitalisierung sollen nicht nur Vorgänge, die bislang noch auf Papierbasis abgewickelt werden, in die Welt der Bits und Bytes überführt werden, sondern gleichzeitig auch Prozesse neu organisiert und optimiert werden. „Wir müssen unsere Geschwindigkeit erhöhen“, forderte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD). In diesem Jahr sollen insgesamt 21 Projekte umgesetzt werden, im kommenden Jahr noch einmal dieselbe Zahl.

Der FDP-Fraktionsmitglied im Kreistag, Christian Grascha (FDP, Einbeck), der bei der Kommunalwahl am 12. September Klinkert-Kittel den Landratsposten abnehmen möchte, forderte, dass bei der Digitalisierung auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um Prozesse nachhaltiger gestalten zu können. Als Beispiel nannte er die Abfallentsorgung. Mithilfe von Sensoren könne angezeigt werden, ob Tonnen geleert werden müssen, um so die Touren effizienter zu gestalten.

Um den Zugang zu bündeln, quasi als kommunales Amazon für Dienstleistungen der Kommunen, sowie für die flächendeckende Einführung der elektronischen Akte „Enaio“ rechnet der Kreis mit Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Hinzu kommen nach Umsetzung aller geplanten Digitalisierungsprojekte in der Endausbaustufe geschätzte jährliche Kosten in Höhe von rund 250. 000 bis 300 .000 Euro für Softwarepflege und -wartung. Die jährlichen Personalaufwendungen für die einzurichtenden 8,5 Stellen betragen etwa 580. 000 Euro.

Weitere Großbaustelle ist die Fortführung der Digitalisierung in den kreiseigenen Schulen. Sie seien jetzt alle, so die Landrätin, ans schnelle Glasfasernetz angeschlossen. Der Kreis rechnet damit, dass aus dem Digitalpakt Schulen und dem Sofortausstattungsprogramm Mittel in Höhe von rund sechs Millionen Euro bereitgestellt werden.  (zhp)

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