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Bau-Unterhaltung: Kirchenkreis Leine-Solling teilt Gotteshäuser in vier Kategorien ein

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Von: Olaf Weiss

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Northeim – Welche Kirchen sollen vorrangig instandgehalten werden? Im Kirchenkreis Leine-Solling soll diese Frage künftig anhand einer Kategorisierung in vier Gruppen vorgenommen werden. Dieser Plan ist in der jüngsten Sitzung der Kirchenkreissynode vorgestellt worden. Bis Ende nächsten Jahres soll die Einstufung der Gotteshäuser abgeschlossen sein.

Die Kirche in Berka.
Eine vorläufige Kategorisierung der Gotteshäuser gibt es schon. Wie die einzelnen Kirchen (im Bild die in Berka) eingestuft worden sind, ist nicht bekannt. © Olaf Weiss

„Es geht nicht darum, dass wir irgendwelche Kirchen schließen wollen“, betonte Karl-Heinz Himstedt. Kirchen müssten selbstverständlich erhalten bleiben. Es gehe lediglich um eine Abstufung für Bauvorhaben. Auch werde beispielsweise für Kirchen unter Denkmalschutz weiter Geld fließen, um den Denkmalschutz zu erhalten.

Für die Gemeinden, deren Gotteshäuser nicht in den oberen Kategorien einsortiert werden, sei das eine schwierige Entscheidung, räumte Christian Steigertahl als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gebäudemanagement im Kirchenkreis ein. Doch bei sinkenden Mitgliederzahlen und damit verbundenen geringeren Einnahmen und einer zum Teil geringere Nutzung der Gebäude sei sie unabdingbar.

Steigertahl stellte der Synode vor, wie sein Ausschuss die Kirchen anhand verschiedener Kriterien eingestuft hat. Dabei seien unter anderem die Zahl der Gemeindeglieder, die Heizung und der Denkmalwert berücksichtigt worden, erläuterte er. Öffentlich ist diese Einstufung noch nicht.

Dr. Christian Steigertahl
Dr. Christian Steigertahl © von Lingen

Die sieben Regionen des Kirchenkreises sollen sich nun Gedanken machen, wie das Gebäudemanagement für sie umsetzbar ist: „Das Ziel ist, dass jede Gemeinde mit ihrem Gebäudebestand bewusster umgeht“, sagte Steigertahl, der auch betonte, dass es unmöglich sei, dabei jedem gerecht zu werden.

Die Vorsortierung der Gotteshäuser soll den Regionen Vorschläge für die Einstufung an die Hand geben. In einem einjährigen Prozess sollen die Regionen nun selbst die Kategorisierung ihrer Kirchen vornehmen. Sollte dann kein eigener Vorschlag eingereicht werden, werde das Gebäudemanagement wie von der Arbeitsgruppe erarbeitet, umgesetzt.

Hintergrund für das geplante Gebäudemanagement des Kirchenkreises Keine-Solling sind sinkenden Finanzmittel.

Für die Jahre 2023 bis 2028 erhält der Kirchenkreis Leine-Solling nach eigenen Angaben bis zu zwölf Prozent weniger Zuweisung von der Landeskirche Hannovers. Gleichzeitig sind die Baukosten durch die Coronakrise und durch den Ukrainekrieg gestiegen.

Der Kirchenkreis hat vor diesem Hintergrund eine Einsparung von 20 Prozent der Baukosten zugrunde gelegt hat. Aus diesem Grund könnten ab 2023 nicht mehr alle Baumaßnahmen in jeder Kirche und Kapelle wie bisher in gleicher Weise finanziert werden, teilte der Kirchenkreis mit.

Außerdem sind alle Kirchenkreise von der Landeskirche Hannovers aufgefordert worden, einen Gebäudebedarfsplan für Kirchen und Kapellen aufzustellen. Bereits im Jahr 2018 hat der damalige Kirchenkreistag des Kirchenkreises beschlossen, ein Gebäudemanagement für Kirchgebäude einzuführen.

Die Arbeitsgruppe Gebäudemanagement hat dann in zahlreichen Sitzungen über ein Instandhaltungsmanagement für die Kirchengebäude beraten. Dabei entstand die nun vorgelegte Kategorisierung der Kirchen in vier Kategorien von A (am höchsten bewertet bis D (am niedrigsten bewertet). (Olaf Weiss)

Kirchenkreis unterhält 85 Kirchen

Der Kirchenkreis Leine-Solling umfasst mit Ausnahme von Bad Gandersheim und Kreiensen, die zur Propstei Seesen-Bad Gandersheim der braunschweigischen Landeskirche gehören, dem Alten Amt, das zum Kirchenkreis Harz gehört, und Nörten-Hardenberg, dass zum Kirchenkreis Göttingen gehört, den gesamten Landkreis Northeim. Er verfügt über 92 Kirchengebäuden, von denen 85 in die Unterhaltung der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises fallen. (ows)

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