Einkaufsparadies für Reiter bald in Northeim?

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Muster: So sehen alle Mega-Stores für Reitbedarf aus, die die Firma Krämer in Deutschland und Österreich betreibt. Auch unterhalb der Northeimer Helios-Klinik könnte ein ein solches Objekt entstehen, wenn der Northeimer Rat zustimmt.

Northeim. Auf der eigentlich für ein Gesundheitsforum reservierten Fläche unterhalb der Northeimer Helios-Klinik soll ein Großhandel für Pferdesport-Artikel entstehen.

Das möchte Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser, der dem Rat ein Ansiedlungsbegehren der Firma Krämer Pferdesport zur Realisierung vorschlägt. Bei der Planung des Unternehmens, das 20 solcher Geschäfte in Deutschland und vier in Österreich betreibt, handelt es sich um einen großflächigen Einzelhandel, schreibt die Stadt. Der „Mega-Store“ soll eine Verkaufsfläche von 1300 Quadratmetern haben. Das Sortiment umfasst Artikel für den Reitsport und die Pferdepflege, Reitbekleidung und Textilien spezieller Hersteller.

Nach eigenen Angaben beschäftigt die Firma pro Mega-Store 20 Mitarbeiter. Pro Tag seien im Durchschnitt 80 Fahrzeugbewegungen zu erwarten. An Samstagen bis zu 150. Das Einzugsgebiet umfasse einen Umkreis von 50 Kilometern.

Auch Reitplatz dabei

Das Mega-Store-Konzept sieht vor, dass Zaumzeug und Sättel vor Ort den Pferden angepasst werden. Die Kunden bringen dazu ihre Pferde mit. Deswegen sind die Geschäfte auch mit einem kleinen Reitplatz ausgestattet. Die ansiedlungswillige Firma, so Tannhäuser, benötige Autobahnnähe und genügend Parkmöglichkeiten für Trailergespanne und Pferdetransporter. Das wäre in Northeim auf der 11.800 Quadratmeter großen Fläche, die das Unternehmen der Stadt abkaufen möchte, der Fall.

Die Stadt hat bereits ein Gutachterbüro eingeschaltet, das den Ansiedlungwunsch kurz bewertet. Danach sind für die Geschäftswelt in Northeim keine Negativauswirkungen zu erwarten. Bürgermeister Tannhäuser, der den Kontakt geknüpft hat, sieht das Vorhaben aufgrund der spezifischen Kundenausrichtung positiv. „Das kann ein Magnetbetrieb für Pferdefreunde der Region werden. Und wenn die dort einkaufen, dann besuchen sie vielleicht auch unsere Innenstadt.“

Debatte im Bauausschuss

Neben der Schaffung von 20 neuen Arbeitsplätzen hätte die Stadt Northeim auch Einnahmen aus dem Verkauf des städtischen Grundstücks unterhalb des Krankenhauses, schreibt die Verwaltung in einer Vorlage, die am Dienstag, 8. März, ab 17 Uhr in der öffentlichen Sitzung des Northeimer Bauausschusses im Rathaus beraten wird.

Sechsecke in Blau-Weiß

Alle „Krämer-Mega-Stores“ weisen eine einheitliche Gestaltung auf, heißt es in der Vorlage. Die Gebäude setzen sich aus sechseckigen Gebäudeteilen zusammen. Die Dächer würden blau und die Wände weiß gestaltet. Jeder Store habe einen 24 Meter hohen Werbepylon.

Rat müsste Planung ändern

Damit sich solch ein Mega-Store auf dem Gelände unterhalb der Helios-Klinik ansiedeln kann, muss die Bauleitplanung geändert werden. Grund: Im geltenden Flächennutzungsplan und im Bebauungsplan sind die Grundstücke als „Sonderbaufläche für gesundheitsnahe Dienstleistungen“ ausgewiesen. Der Rat müsste die Planung dahingehend ändern, dass das Areal eine Sonderbaufläche für großflächigen Einzelhandel mit dem einschränkenden Zusatz „Fachmarkt für Pferdesport“ wird.

Die Kosten der Bauleitplanung sowie erforderlicher Gutachten werde die ansiedlungswillige Firma tragen, heißt es von der Stadtverwaltung.

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