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Elektronischer Adler mit Laser-Augen übernimmt die Vermessung

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Von: Roland Schrader

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Check vor dem Start: Die Drohnen-Piloten Jannik Engelke und Christian Wode (rechts) überprüften ihren Quadrocopter.
Check vor dem Start: Die Drohnen-Piloten Jannik Engelke und Christian Wode (rechts) überprüfen ihren Quadrocopter. © Roland Schrader

Moderne Geräte kommen bei der Flurbereinigung in Trögen zum Einsatz

Trögen – Wie ein Adler kreiste diese Woche eine Drohne über die Trögener Feldmark. Dabei war das mit einem Laser bestückte Gerät nicht auf Beute aus, sondern auf Daten.

Fast lautlos startete das Fluggerät, um das Gebiet systematisch abzufliegen und teilweise zu scannen und flächendeckend mit Bildern aufzunehmen. „Der Laser durchdringt Büsche und Gestrüpp bis zum Boden und liefert so eine genaue Darstellung der Oberflächenstruktur. Mit einer Fotokamera wäre das nicht möglich“, sagt Drohnenpilot Christian Wode, der mit seinem Kollegen Jannik Engelke im Einsatz war. Zwei Piloten sind laut Wode vorgeschrieben, damit einer immer den Luftraum im Blick hat.

Beide sind Mitarbeiter der Regionaldirektion Northeim des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN). Die beiden Vermesser gehören zu der 15-köpfigen Drohnen-Projektgruppe in Niedersachsen. Wode ist zusätzlich einer von drei niedersächsischen Ansprechpartnern und speziell für den Raum Südniedersachsen zuständig. Bevor das Duo ihre gut sechs Kilogramm schwere und 40 000 Euro teure DJI Matrice 300 starten ließ, wurden zuvor Polizei, Ordnungsamt, die Untere Naturschutzbehörde informiert und Genehmigungen eingeholt. Auch das Wetter behielten sie per App im Auge.

Nachdem die Grenzen der 268 Hektar großen Fläche festgelegt wurde, begann der Quadrocopter vollkommen autonom in rund 120 Meter Höhe alle 30 Meter eine Aufnahme zu machen. Nach rund 30 Minuten kehrte die Drohne automatisch für einen Akkuwechsel zurück.

Hilfe aus der Luft: Diese Drohne erfasste die Feldmark rund um Trögen (im Hintergrund).
Hilfe aus der Luft: Diese Drohne erfasste die Feldmark rund um Trögen (im Hintergrund). © Roland Schrader

Nach mehreren Stunden Flugzeit kamen 3000 Bilddateien mit 54 Gigabyte und weitere acht Gigabyte an Laser-Scann-Daten zusammen. Diese überträgt Wode von seinem Osteroder Büro aus per Datenleitung zur Landeszentrale nach Hannover. „Ein Hochleistungsrechner fast dort die Aufnahmen zusammen und erstellt eine Bodenstrukturkarte“, sagte Wode.

Die Vermessungsmethode ist begehrt, denn am Folgetag war das Team in Echte. Dort benötigten die Drohnenpiloten zwei Tage, da die doppelte Fläche wie in Trögen erfasst werden musste. „Der Einsatz der Drohnen spart uns viel Zeit und Geld“, sagte Christian Meyer, zuständiger Projektleiter für die Flurbereinigung Trögen von der Geschäftsstelle Göttingen des Amtes für regionale Landesentwicklung. Hätte das Gebiet nur vom Boden aus vermessen werden müssen, hätte dies mindestens ein halbes Jahr gedauert und die Kosten erhöht.

Projektleiter Christian Meyer
Projektleiter Christian Meyer. © Roland Schrader

Die 2020 gestartete Flurbereinigung soll bis 2029 die Flächen effektiv zusammenlegen und dadurch die landwirtschaftlichen Betriebe stärken und langfristig sichern. Um in Hanglagen Bodenerosionen zu vermeiden, sollen auch Hecken angepflanzt. „Auf den Wegen sollen auch Querrinnen installiert werden, damit das Wasser bei Starkregenereignissen nicht sturzbachartig hinunterkommt“, ergänzte Verfahrensingenieur Nico Wienrich.

Das Finanzvolumen beträgt 406 000 Euro und beinhaltet alle Kosten wie Wegebau, landschaftsgestaltende Maßnahmen, bodenverbessernde Maßnahmen und Vermessungskosten. Von diesen Kosten werden 75 Prozent durch öffentliche Mittel von EU Bund und Land gefördert. (Roland Schrader)

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