Eltern übernehmen den Kindergarten

Machen ihrem Unmut Luft: Eltern des Kindergartens Hohnstedt haben kein Verständnis mehr für den von der Gewerkschaft Verdi initiierten Streik der Erzieherinnen. Foto:  Weiss

Hohnstedt. Das Verständnis für den Streik der Erziehrinnen ist bei den Eltern in Hohnstedt in Verärgerung umgeschlagen. Sie fühlen sich allein gelassen.

Gerade für die berufstätigen Eltern werde es nach deei Wochen Streik immer schwieriger, eine Ersatz-Betreuung innerhalb der Familie zu organisieren. „Der Unmut wächst“, sagt Jennifer Ünalmis.

Auch die Jungen und Mädchen litten unter der langen Pause. „Die Kinder sind durcheinander“, berichtet Kathrin Happe. Ihnen fehlten ihre täglichen Spielkameraden. Auch der ständige Wechsel der Betreuungspersonen sorge für Unruhe beim Nachwuchs.

Montag geht´s los

Ünalmis, Happe und sieben weitere Mütter haben sich am Donnerstagnachmittag in der Sporthalle getroffen, um zu organisieren, wie die Kinder von Eltern abwechselnd in den Räumen des Kindergartens betreut werden können. Am Montag soll der erste Betreuungstag sein. Von da an sollen jeweils zwei bis drei Erwachsene montags bis freitags von 7.30 bis 12.30 bis zu 15 Kinder betreuen.

Haftungsausschluss

Die Stadt war einverstanden, dass sie dafür die Kita nutzen können. Voraussetzung: Die Eltern, die ihr Kind während des Streiks dort von anderen Müttern und Vätern betreuen lassen, unterzeichnen einen Haftungsausschluss.

Bei etwaigen Unfällen ist die Stadt damit aus der Verantwortung. Auch untereinander erklären die Eltern, dass sie ihre Kinder quasi auf eigene Verantwortung in die Obhut anderer Eltern geben.

Innerhalb eines Tages war mit der Verwaltung alles geregelt. „Dafür haben wir uns bei der Stadt herzlich bedankt“, sagt Stefanie Heiligenstadt.

Unmut gegenüber der Stadt gibt es trotzdem. Dass die Stadt einfach die Kita-Gebühren weiter kassiert und eine Erstattung mit dem Hinweis auf die geltende KIta-Gebührensatzung ablehnt, stößt auf Unverständnis.

„Wir erfüllen den Vertrag“, betont Kathrin Happe. Eine Gegenleistung gebe es aber mit Hinweis, dass der Streik als höhere Gewalt gewertet werde, nicht - im Gegensatz zu anderen Städten. So gebe es in Göttingen ab dem 5. Streiktag eine Erstattung.

Von Olaf Weiss

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