Polizei gibt Tipps für Sicherheit auf dem Schulweg

Elterntaxis machen der Northeimer Polizei Sorgen

Kinder steigen in ein Elterntaxi.
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Symbolbild Elterntaxi 

Mehr als 700 Jungen und Mädchen starten am Samstag in einen neuen Lebensabschnitt: Für sie beginnt der Unterricht in den ersten Klassen der Grundschulen des Landkreises Northeim.

Doch vor dem Unterrichtsstart steht erst mal eine andere Herausforderung an: der Schulweg. Und hier setzen die beiden Verkehrssicherheits-Experten der Polizeiinspektion Northeim, Simone Köhler und Matthias Heise, an, die Jahr für Jahr Tipps geben, wie Kinder sicher zur Schule kommen.

Dazu gehören aus ihrer Sicht jedenfalls nicht die sogenannten Elterntaxis. Simone Köhler: „Kinder sollten, so weit es die Entfernung von zuhause zulässt, zu Fuß zur Schule gehen. Denn nur so werden den Kindern die Gefahren im Straßenverkehr bewusst“.

Doch leider beobachten sie und ihre Kollegen Jahr für Jahr bei Kontrollen vor den Grundschulen, dass immer mehr Eltern ihre Kinder am liebsten mit dem Auto bis ins Klassenzimmer fahren würden.

„Allein die vielen Autos vor den Schulen sind schon eine Gefahrenquelle, denn es wird kreuz und quer geparkt und auf Vorschriften nicht geachtet“, so die Polizeioberkommissarin weiter. Sie und Kollege Matthias Heise sehen daher die Eltern in der Pflicht, lieber den Schulweg gemeinsam mit den Kindern zu üben – und zwar zu Fuß. Köhler: „Gefahrenbewusstsein lernen Kinder nicht auf dem Rücksitz.“

Der Weg zur Schule sollte auf jeden Fall auch schon ein paar Tage vor Schulbeginn zu verschiedenen Tageszeiten von Eltern und Kindern geübt werden.

Wer jedoch sein Kind unbedingt zur Schule fahren muss, muss laut Köhler darauf achten, dass der Nachwuchs im Auto vorschriftsmäßig gesichert ist. Simone Köhler: „Wir haben es schon erlebt, dass die Kinder im Auto mit dem Ranzen auf dem Rücken standen, als der Vater vor der Grundschule vorfuhr. Kindersitze gab es in dem Auto gar nicht.“

Die Ankündigung des Landkreises Northeim, vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr sogenannte Elterntaxis finanziell zu unterstützen, wenn die Eltern ihre Kinder nicht mit dem Schulbus fahren lassen wollen (HNA berichtete), ist für die Simone Köhler und Matthias Heise in diesem Fall natürlich kontraproduktiv.

Sie befürchten, dass mit dem Ende der Sommerferien am heutigen Donnerstag vor Schulbeginn und nach Schulschluss noch mehr Autos für noch mehr Gefahren sorgen werden.

Von Kathrin Plikat

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