Wirt wurde Betriebsbeginn untersagt

Drama um Dorfkneipe: Darum darf das Litfaß in Echte nicht aufmachen

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Sein Optimismus ist verschwunden: Volker Franke darf sich nicht hinter den Tresen stellen.  

Darauf hatten sie sich in Echte gefreut: Das Dorf an der A7 sollte eine Kneipe bekommen. Doch nun macht das Litfaß doch nicht auf. Der Betreiber erhebt schwere Vorwürfe gegen den Kreis Northeim. 

Das Licht im Litfaß bleibt am Samstag dunkel. Die geplante Eröffnung der neuen Kneipe in Echte findet nicht statt. Das hat der Betreiber, Volker Franke, enttäuscht mitgeteilt. Für ihn vollkommen überraschend bekam er nach eigenen Worten am Donnerstag vom Bauamt des Landkreises telefonisch mitgeteilt, dass er nicht öffnen dürfe. Es seien noch weitere Überprüfungen notwendig, die einige Wochen in Anspruch nehmen könnten. 

Voraussichtlich werde er im gesamten Dezember keine Eröffnung feiern könne, fasst er den Inhalt des für ihn niederschmetternden Gesprächs zusammen. Dabei, so betont er, habe das Bauamt seinem Vermieter schon vor Wochen mitgeteilt, es habe keine Einwände gegen die Kneipe im ehemaligen Rewe-Getränkemarkt an der Hauptstraße in Echte.

„Ich bin völlig fertig“, sagt Franke. „Meine Existenz ist zerstört.“ Vom Steuerzahler werde er nun zum Bittsteller. Denn als bisher Selbstständigem bleibe ihm nur noch der Weg zum Sozialamt, um Hartz IV zu beantragen.

Er habe seine Gewerbe als DJ aufgegeben und für die Zeit ab dem Dezember keine Engagements mehr angenommen, weil er von vorneherein die Eröffnung des Lokals für den 1. Dezember geplant hatte.

Von diesem Termin erhoffte sich Franke einen erfolgreichen und lukrativen Start, um die nach seinen Worten traditionell schwachen Monate für die Gastronomie, Januar und Februar, überbrücken zu können. Frustriert will er nun alles hinschmeißen.

„Ich lass’ das jetzt“, sagt er. Da er nicht am 1. Dezember eröffnen könne, wolle er gar nicht mehr. Getränkebestellungen hat er – soweit noch möglich – bereits storniert.

Den Vorwurf, die Zeit seit Anfang Oktober, als er die notwendigen Anträge gestellt habe, seit zu knapp gewesen, er hätte sich nicht so auf den Eröffnungstermin versteifen dürfen und diesen nicht frühzeitig öffentlich machen dürfen, lässt er nicht gelten. „Ich war gut in der Zeit“, sagt er. Und: „Ich war der Einzige, der seine Hausaufgaben gemacht hat.“

Das sagt der Landkreis Northeim

Der Landkreis Northeim weist auf Anfrage daraufhin, dass für die Nutzungsänderung des ehemaligen Getränkemarktes, der zwischenzeitlich auch als Tanzschule genutzt worden sei, in eine Gastwirtschaft ein Bauantrag notwendig sei. 

Dieser sei aber vom dafür zuständigen Eigentümer der Immobilie erst am 22. November gestellt worden. Ihm sei im Vorhinein mitgeteilt worden, dass mindestens ein Monat für die Genehmigung notwendig sei. Das Verfahren laufe noch. Eine Genehmigung sei – auch mündlich – nicht erteilt worden. Wieso beim potenziellen Kneipenwirt Volker Franke der Eindruck entstanden sei, der Betrieb könne am 1. Dezember beginnen, könne man nicht nachvollziehen. 

Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer betont, dass an Gaststätten höhere Anforderungen gestellt werden als an andere Gebäude, beispielsweise an den Brandschutz. Deshalb sei nicht nur das Bauamt an dem Genehmigungsverfahren beteiligt, sondern auch die Gesundheitsdienste und der Verbraucherschutz.

Auch in Nordhessen ist viel in der Gastroszene los. Alle Restaurants, Bars, Kneipen und Imbisse in und um Kassel haben wir in einer Übersicht zusammengestellt.

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