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Domfestspiele: Erst die Hälfte der Karten ist weg

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Von: Olaf Weiss

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Probe bei kühler Witterung: Das Ensemble des Familienstücks „Die Schatzinsel“ übte am Mittwochvormittag vor der Stiftskirche ein Gesangsstück ein.
Probe bei kühler Witterung: Das Ensemble des Familienstücks „Die Schatzinsel“ übte am Mittwochvormittag vor der Stiftskirche ein Gesangsstück ein. © Olaf Weiss

Der Vorverkauf für die Gandersheimer Domfestspiele läuft schleppender als vor Corona. 25 000 Karten sind für die am Sonntag, 19. Juni, mit dem Familienstück „Die Schatzinsel“ beginnende Freilufttheatersaison bisher verkauft worden.

Bad Gandersheim – „Da sind wir noch ganz gut dran“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Schwarz bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Wie Anfragen bei anderen Festspielorten und Veranstaltern ergeben haben, laufe der Vorverkauf für die Domfestspiele noch relativ gut, „aber nicht gut genug“, wie Schwarz sagte.

Als Folge der Coronapandemie seien viele Besucher offensichtlich noch nicht wieder bereit, sich langfristig im Voraus zu entscheiden, ein Stück zu besuchen und schon früh Karten zu kaufen, nannten er und Domfestspiel-Geschäftsführer Thomas Groß den wesentlichen Grund. Hinzu komme, so Schwarz, dass angesichts der anhaltenden Teuerung bei den Lebenshaltungskosten bei einigen das Geld für einen Theaterbesuch nicht mehr so locker sitze.

Da der Vorverkauf in den vergangenen Wochen angezogen habe, ist Geschäftsführer Groß aber optimistisch, dass die Gesamtbesucherzahl von 45 000 erreicht werde, die notwendig ist, um die schwarze Null zu erreichen. Damit habe man vorsichtig kalkuliert, betonte er. In der Saison vor Corona 2019 kamen 52 000 Zuschauer zu insgesamt 60 Vorstellungen. In diesem Jahr stehen 68 Vorstellungen auf dem Spielplan. Dank Sponsoren, Spendern und öffentlicher Förderung betrage das Budget in diesem Jahr erstmals mehr als zwei Millionen Euro.

Das Ensemble hat sich einem freiwilligen Hygienekonzept unterworfen. Dreimal pro Woche testet es sich auf Corona. In Innenräumen gelte für das Ensemble Maskenpflicht. Denn Theater sei körperliche Arbeit und enger Körperkontakt, betonte Intendant Achim Lenz.

Achim Lenz
Intendant Achim Lenz © Julia Lormis

„Wir legen noch eine Schippe drauf, werden wilder, leidenschaftlicher, bunter, körperlicher, lauter und voller Überraschungen sein.“, zieht Intendant Achim Lenz einen Vergleich zu vergangenen Spielzeiten. Die Spielzeit unter dem Motto „Grüner wird’s nicht“ solle Stellung beziehen zur Aufgabe der Gesellschaft, den Planeten den nachfolgenden Generationen sauber und lebenswert zu hinterlassen.

Für die Besucher werde es in diesem Jahr keine Eingangskontrollen und auch keine 2G- oder 3G-Regeln geben, kündigte Groß an. Beim Freilufttheater könnten sich die Besucher aber in jedem Fall sicher füllen.  Gespielt werde zwar wieder vor voller Zuschauertribüne, aber ansonsten werden darauf geachtet, dass genügend Platz für die Menschen da sei. So soll es nach Groß´ Worten ein neues Cateringkonzept geben. Es soll keine geschlossenen Zelte geben, in denen die Zuschauer gedrängt nach Speisen und Getränke anstehen müssen.

Allerdings sei noch nicht klar, in welchem Umfang es überhaupt ein gastronomisches Angebot geben wird. „Es ist schwierig für die Caterer“, sagt Groß. Es fehle Personal. Infolge der Pandemie sei ein Großteil in andere Branchen abgewandert. (Olaf Weiss)

Volles Programm

Neben dem Familienstück „Die Schatzinsel“, dem Schauspiel „Der Name der Rose“, den Musicals „Der kleine Horrorladen“ und „Spamalot – Die Ritter der Kokosnuss“ und dem Einpersonenstück „Frühstück bei Tiffany“ gibt es nach den Worten von Intendant Achim Lenz auch das gesamte Rahmenprogramm mit dem Theaterfest am Sonntag, 5. Juni, ab 13 Uhr, und den Veranstaltungen „Freitags im Zelt“ und den Domspitzen wieder. ows

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