Münzfunde am Harzhorn machten zeitliche Einordnung der vergessenen Schlacht möglich

Erste Römerfunde vor zehn Jahren

Zeiträtsel gelöst: Diese Denare vom Harzhorn beweisen, dass sich die Schlacht zwischen 225 und 250 ereignet haben muss. Foto: Archiv

Zwei Sondensucher stehen am Beginn der Entdeckung eines römisch-germanischen Schlachtfeldes am Harzhorn in der Gemeinde Kalefeld. Die ganze Sache ist einem Zufall zu verdanken, heißt es später.

Das Duo ging im Mai 2000 mit seinen „elektronischen Krückstöcken“ in den Wald bei Oldenrode und kam dabei aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es piepste andauernd, wohin sich die beiden Besucher auch drehten. Sie nahmen einige der Stücke mit, säuberten diese und stellten Fotos davon später ins Internet.

Dadurch kam der Stein ins Rollen: Ein Geschichtsinteressierter aus Köln hatte diese Seiten gesehen und den Findern mitgeteilt, dass es sich um römische Stücke handelt, die eigentlich nicht aus Südniedersachsen stammen könnten. Die beiden Finder wandten sich deshalb 2008 an die Northeimer Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne. Sie setzte eine gezielte Suchaktion in Gang.

Anfang Juni 2008 hatte Kalefelds Bürgermeister Edgar Martin erstmals von dem Schlachtfeld und den Funden erfahren. „Damals rief mich Landrat Michael Wickmann an und kündigte einen Besuch von Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne an. Außerdem verlangte er strikte Geheimhaltung.“ Der Bürgermeister staunte nicht schlecht, als einige Tage später die Archäologin einen Koffer mit Exponaten in sein Amtszimmer in Kalefeld mitbrachte.

Sechs Silbermünzen, die am Harzhorn gefunden wurden, machen die zeitliche Einsortierung der vergessenen Römerschlacht im Landkreis Northeim genauer möglich. Die Schlacht muss sich demnach zwischen 225 und 250 nach Christus ereignet haben. Im April 2009 wurden die aktuellen Forschungsergebnisse während einer Pressekonferenz in der Auetalhalle in Willershausen vorgestellt.

Unter den Münzen, so genannten Denaren, ist eine von Kaiser Caracalla (regierte von 211 bis 217 nach Christus), drei von Kaiser Elagabal (regierte von 218 bis 222 nach Christus) sowie zwei von Severus Alexander (regierte von 222 bis 235). Münz-Experte Dr. Frank Berger aus Frankfurt am Main nahm die geschichtliche Einordnung der Münzfunde vor.

Infos im Internet

Ein römischer Legionär erhielt laut Dr. Berger damals jährlich zwischen 500 und 600 Denare Sold – das entspricht einer heutigen Kaufkraft von 50 000 bis 60 000 Euro. Weitere Informationen zum Schlachtfeld gibt es RegioWiki der HNA. (bsc)

http://bit.ly/32NfIJ

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