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Ersthelfer für Seelen im Ausnahmezustand

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Von: Olaf Weiss

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Das Team der Notfallseelsorge.
Tag und Nacht bereit: das Team der Notfallseelsorge. © Christian Dolle/LS-Pressedienst

Die Notfallseelsorger des Kirchenkreises Leine-Solling haben 60 Einsätze im Jahr

Northeim – Unfälle und andere Notfälle passieren, sie gehören zum Leben. Doch neben den körperlichen Folgen, haben sie für die Unfallopfer, die Beteiligten, die Zeugen oder Angehörigen auch schlimme seelische Folgen. Die „Erste Hilfe für die Seele“ leistet die Notfallseelsorge. Im Kirchenkreis Leine-Solling ist sie nun schon seit über 20 Jahren aktiv und etabliert.

Die Mitarbeiter der Notfallseelsorge werden gerufen, wenn es die Situation erfordert oder Betroffene es wünschen, Unfall, plötzlicher Tod, Überbringen einer Todesnachricht – dort, wo Menschen einer Ausnahmesituation ausgesetzt sind, bieten sie Begleitung an.

Tag und Nacht hat jemand aus dem 15-köpfigen Team Bereitschaft. „Die Einsätze sind anspruchsvoll und immer anders. Wenn der Pieper sich meldet, heißt es: Durchatmen und konzentriert das Richtige in die Wege leiten“, betont Pastor Martin Possner „Entweder eine geeignete Person in der Nähe des Geschehens beauftragen oder selbst hinfahren.“ Die Einsätze geschähen oft unsichtbar für die Gesellschaft. „Man geht ja damit nicht hausieren“, sagt Possner.

„Oft habe ich den Eindruck, dass es gut war, dass einer von uns da war“, ergänzt Melanie Brühler, ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Notfallseelsorge. Sie hat den Überblick über die Einsätze. Im Landkreis Northeim seien es jährlich um die 60.

„Vor einiger Zeit berichtete in unserer Trauergruppe eine Frau, wie gut es ihr getan hat, dass nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes ein Notfallseelsorger an ihrer Seite war“, berichtet Annette Hartmann, ebenfalls leitende Notfallseelsorgerin. Die Frau habe sich sehr wahrgenommen und unterstützt gefühlt, ohne dass ihr etwas aufgedrängt worden sei. „Der Notfallseelsorger brachte Ruhe und Zeit in die Situation und hat ihr geholfen zu überlegen, was als Nächstes zu tun wäre“, so Hartmann weiter.

Das Team der Notfallseelsorger ist ökumenisch, besteht also Menschen mit unterschiedlichen Konfessionen. Es sind Pastoren, Sozialarbeiter, Kirchenmusiker, Krankenschwestern, ehrenamtlich und hauptamtlich tätige Menschen aus den evangelischen Landeskirchen und den evangelischen Freikirchen. Es sind nach Mitteilung des Kirchenkreises Leine-Solling stabile und zugewandte Menschen. Sie seien gut ausgebildet und trauten sich, sich Notfallsituationen zu stellen, ohne „Adrenalin-Junkies“ zu sein. Die Ausbildung erfolge nach strengen Qualitätsstandards.

Annette Hartmann, Melanie Brühler und Martin Possner sind im Kirchenkreis damit beauftragt, das Team der Notfallseelsorger zu leiten, den Einsatzplan zu erstellen und immer wieder Menschen zur Mitarbeit zu gewinnen.   (ows)

Kontakt: Wer Interesse hat, im Team der Notfallseelsorge mitzuarbeiten. Kontakt: Annette.hartmann@leine-solling.de oder Martin.possner@evlka.de.

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