1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim

EU setzt neue Regeln für Bauern aus: „Weiter wie bisher geht’s nicht mehr“

Erstellt:

Von: Niko Mönkemeyer

Kommentare

Gülle auf einem Feld
EU setzt neue Regeln für Bauern aus (Symbolbild). © Philipp Schulze/dpa

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dieser Spruch aus dem Volksmund gilt auch für die aufgrund der Folgen des Ukraine-Krieges für ein Jahr ausgesetzten neuen Agrarauflagen der EU, die eigentlich schon im kommenden Jahr in Kraft gesetzt werden sollten.

Auch wenn man wohl damit rechnen muss, dass sich der Grund für diese Terminverschiebung auch im übernächsten Jahr noch nicht erledigt hat und wir weiterhin eine angespannte weltpolitische Lage haben werden, müssen sich die Landwirte wohl trotzdem auf weitere Maßnahmen einstellen, die sie selbst als Einschränkungen und Gängelungen empfinden, die aber von anderen im Sinne des Natur- und Umweltschutzes als dringend notwendig erachtet werden – insbesondere für die Regionen, in denen die Massentierhaltung große Probleme bereitet.

Auch wenn wir im Landkreis Northeim diesbezüglich sicher kein Problembezirk sind, müssen sich die Bauern auch hier wie viele andere Teile der Gesellschaft wohl oder übel damit abfinden, dass auch für die Landwirtschaft gilt: „Weiter wie bisher geht’s nicht mehr.“

Viele Bauern haben das aber auch schon längst erkannt und setzen mittlerweile auf neue Anbaumethoden, neue Produkte, neue Märkte und ganz neue Standbeine wie zum Beispiel die Produktion und Nutzung regenerativer Energie in Biogas- und Windkraftanlagen. Die immer deutlicher zu spürenden Folgen des Klimawandels lassen ihnen oft gar keine andere Wahl und mit Recht beklagen sie, dass es oftmals die anderen Teile der Gesellschaft sind, die da nicht mitmachen wollen.

Weil sie Vorbehalte haben gegen Windenergie oder Biogas. Weil ihnen egal ist, wie die Tiere gehalten werden, die sie essen. Weil es sie nicht interessiert, wie und wo das Futter produziert wird, das diese Tiere fressen. Und weil es ihnen völlig wurscht ist, was das alles weltweit für Folgen hat.

Leider gibt es außerdem immer mehr Menschen, die ganz andere Sorgen haben, weil hinten und vorne das Geld nicht reicht. Insofern sollte unsere gesamte Gesellschaft kapieren: „Weiter wie bisher geht’s nicht mehr.“

Ein Kommentar von Niko Mönkemeyer

Auch interessant

Kommentare