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Ex-Freundin gab Tipp auf Bankräuber

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Von: Heidi Niemann

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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
(Symbolbild) © David-Wolfgang Ebener/dpa

Im Prozess um den Banküberfall auf eine Filiale der Kreissparkasse Northeim (KSN) in Höckelheim hat am Dienstag eine Beamtin der Polizei Northeim einen Einblick in die damaligen Ermittlungen gegeben.

Northeim / Göttingen – Nach dem Überfall am 12. Januar hatte die Polizei zunächst keine konkreten Hinweise auf die Täter. Nachdem es einen Monat später einen weiteren Überfall auf die Sparkassenfiliale in Sudheim gegeben hatte, starteten die Ermittler eine Öffentlichkeitsfahndung. Danach habe sich eine Zeugin gemeldet, die angab, die beiden Männer auf den Fotos der Überwachungskameras vom Tatort in Höckelheim erkannt zu haben, berichtete die Polizistin. Der eine sei ihr Ex-Freund, der zweite ein Freund von diesem. Beide hätten zuvor wegen ähnlicher Delikte zusammen in der Jugendanstalt Hameln in Haft gesessen.

Der 22-Jährige wurde auf der Autobahn 7 an der Anschlussstelle Hann. Münden/Lutterberg festgenommen, einen Tag später klickten in einer Wohnung in Hildesheim bei dem 20-Jährigen die Handschellen. Beide sitzen seither in Untersuchungshaft.

Die Polizei hatte im Zuge ihrer Ermittlungen unter anderem die beschlagnahmten Handys der beiden Angeklagten ausgewertet. Unter anderem entdeckten sie dabei auf dem Handy des 22-Jährigen ein Foto von einem englischen Mercedes. Just am Vorabend des Banküberfalls sei einem ihrer Kollegen in der Nähe der Höckelheimer Sparkassenfiliale ein schwarzes Auto mit englischen Kennzeichen aufgefallen, berichtete die Polizistin in ihrer Zeugenvernehmung.

Aus den ausgewerteten Kommunikationsverläufen habe sich außerdem ergeben, dass es rege Kontakte zwischen beiden Angeklagten gegeben habe. Am Tag vor dem Höckelheimer Banküberfall hätten sich beide in einer Wohnung in Northeim aufgehalten.

Die Ermittler hatten auch die Suchverläufe ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass der 22-Jährige nach Standorten von Sparkassenfilialen gesucht hatte. Auf dem Handy des 20-Jährige fanden die Ermittler dagegen Screenshots von Presseberichten über die Banküberfälle in Höckelheim und Sudheim sowie einen versuchten Bankraub in Peine.

Und noch etwas fiel den Ermittlern auf: Auf den Fotos der Überwachungskameras in Höckelheim war bei einem Täter - mutmaßlich dem 20-jährigen Angeklagten - die Halspartie zu sehen. Diese wies keine Tätowierung auf. Vier Wochen später überfiel ein Unbekannter die Filiale in Sudheim. Der Täter trug einen Schal, sodass der Hals bedeckt war. Nachdem der 20-Jährige festgenommen worden war, stellten die Ermittler fest, dass er an einer Halsseite ein frisches Tattoo hatte, dass er sich offenbar sechs Tage nach dem ersten Banküberfall in Höckelheim hatte stechen lassen. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.   (pid)

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