Tischlerei erstand nach Brand neu  

Exil der Tischlerei im Schweinestall ist zu Ende

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Abgebrannt: So sahen die Reste der die Tischlerei nach dem Feuer im März vergangenen Jahres aus.

Suterode – Komplett neu gebaut haben die Tischlermeister Klaus Langethal (62) und Mirko Langethal (29) ihren 2019 abgebrannten Betrieb. Einen hohen sechsstelligen Betrag haben sie an der Bergstraße 39 in Suterode investiert.

„Das vergangene Jahr war sehr stressig, aber nun sind wir besser aufgestellt als je zuvor“, sagt Klaus Langethal. 1994 hat er den Betrieb seines ehemaligen Lehrherren übernommen. Zehn neue Maschinen stehen nun in der großen, hellen Werkstatt. Neu hinzugekommen ist ein CNC-Bearbeitungszentrum.

Die Chefs gestalteten die Räume so, dass sie den heutigen Anforderungen entsprechen. Ein 100 Quadratmeter großer Anbau erweitert die Werkstatt auf 600 Quadratmeter. Hinzu kommen 100 Quadratmeter Bürofläche.

„Nur noch die Grundmauern standen nach dem Brand, der in der Nacht vom 21. auf den 22. März 2019 wütete“, erinnert sich Mirko Langethal, der seit Mai 2018 Gesellschafter des väterlichen Unternehmens ist.

Morgens um 4.30 Uhr alarmierte ihn ein Nachbar per Telefon. Als der Tischler in Suterode eintraf, war die Feuerwehr bereits am Löschen. Eine defekte Verteilerdose hatte das Feuer verursacht, ermittelten später Sachverständige der Polizei. Eine Entsorgungsfirma kümmerte sich um das Asbestdach und den übrigen Brandschutt. Zwei Woche lang stank das ganze Dorf.

In der neuen Werkstatt: Tischlermeister Mirko Langethal an einer CNC-Bearbeitungsmaschine.

„Wir haben uns umgehend einen Büroraum im ehemaligen Volksbankgebäude in Elvershausen angemietet“, erzählt Mirko Langethal. Dort kümmerte sich seine Mutter, Anke Langethal (59), um die Buchführung. Die Gemeinde Katlenburg-Lindau stellte der Firma den alten Schweinestall der Burg zur Verfügung. Maschinenlieferant Felder lieh der Tischlerei eine Anlage. So konnte sie Verpackungskisten fertigen, auf die Industriebetriebe bereits warteten. Möbel für Privatkunden durften Langethals in der Werkstatt ihres Zulieferers, der Rosdorfer Firma Holzland Hasselbach, herstellen. Auch Kollegen halfen.

„Gleichzeitig begannen wir mit dem Wiederaufbau“, berichtet der Handwerksmeister. Als erstes bekam das Gebäude wieder ein Dach. Beim Ausschachten fanden sie unter anderem einen alten Grabstein. Die Tischlerei steht auf dem ehemaligen Friedhof von Suterode.

Im Februar, ein knappes Jahr nach dem Brand, nahm die Werkstatt wieder ihren Betrieb auf. Den Bürotrakt nahm die Tischlerei Anfang März in Betrieb. „Zum Glück sind wir versichert“, sagt Klaus Langethal. Die Schadensabwicklung ziehe sich allerdings hin. Die Hausbank habe sie bei der Finanzierung der Investitionen unterstützt. Alle Mitarbeiter – vier Gesellen, zwei Helfer und ein Lehrling – hätten sie halten können. Ein weiterer Azubi sei zwischenzeitlich hinzugekommen. „Wir müssen selbst ausbilden, wenn wir neue Mitarbeiter gewinnen wollen“, ergänzt der Juniorchef.

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