Fahrrad für einen Euro

Northeim versteigerte Fundsachen: 80 Drahtesel und viel Schmuck

Schnäppchen: Ordnungsamtsleiter Uwe Ritter in Aktion. Hier gab es Schirme im Dreierpack. Meist gingen sie für einen Euro weg.

Northeim. Die erste Versteigerung von Fundsachen seit drei Jahren hat der Stadt Northeim einen Erlös von rund 850 Euro erbracht. „Ich hätte mir mehr gewünscht“, sagte Ordnungsamtsleiter Uwe Ritter, der mit viel guter Laune und passenden Sprüchen unter anderem Schmuck, Kleidung, Fahrräder und andere Fundsachen an die Frau oder an den Mann brachte.

60 Interessierte hatten sich auf dem Gelände der Technischen Dienste eingefunden. Eine Stunde lang hatten sie Zeit, die nicht abgeholten Sachen unter die Lupe zu nehmen. Der 17jährige Malte Meyenberg aus Langenholtensen wusste genau, was er wollte: „Mein Fahrrad ist vor der Schule geklaut worden. Ich brauche Ersatz“, sagte er, als er ein Crossrad ohne Vorderrad, aber mit einem hochwertigen Rahmen in Augenschein nahm. „Das könnte es sein. Das Reparieren mache ich selbst. Das ist kein Problem.“

Große Auswahl: Dutzende von Fahrrädern gab es bei der Fundsachenversteigerung der Stadt Northeim zu ergattern. Sie konnten vor der Auktion besichtigt werden.

Der junge Mann hatte nicht nur einen guten Blick sondern auch Glück. Eine Dreiviertelstunde später gehörte das Rad ihm: Für 31 Euro hatte er den Zuschlag erhalten. „Von der Substanz her ist es das Beste der 80 Räder gewesen, die heute unter den Hammer kommen sollten“, sagte Fahrradexperte Heinz Bautzmann.

Niedriges Preisniveau

„In Northeim kann man Schnäppchen machen. In Göttingen ist das Preisniveau wegen der vielen Studenten höher“, berichtet er. Allerdings fanden von den 80 Rädern nur rund 30 einen neuen Eigentümer. Das erste Rad, ein Mountainbike, das Uwe Ritter zur Versteigerung aufrief, fand gerade mal für einen Euro einen neuen Besitzer.

Den höchsten Preis des Tages mit 220 Euro erzielte ein 750er Weißgold-Ring, der von einem Brillanten und zwei blauen Saphiren geschmückt wurde. Start war bei 150 Euro. In Fünf-Euro-Schritten ging es dann hoch bis zum Endpreis.

Teuerstes Stück: Mit 220 Euro erzielte dieser Weißgold-Ring mit Brillant und zwei blauen Saphiren den höchsten Erlös des Tages.

Aber es ging auch wesentlich preiswerter. Hannah Peinemann (18), die das erste Mal an einer Auktion teilnahm, sicherte sich beispielsweise für drei Euro eine Perlenkette. Ein Paar Lederhandschuhe hätte sie auch gerne mitgenommen, aber mehr als ein paar Euro wollte sie dafür nicht ausgeben. Mehr Glück hatte Kathleen Walzock. Für vier Euro gehörte der Erzieherin ein Mikrofon, dass sie für die Kita an der Northeimer Reddersenstraße ersteigerte.

Sofort zur Kasse

Wer den Zuschlag erhielt, wurde sofort zur Kasse gebeten. Nach dem Motto „Nur Bares ist Wahres“ mussten die stolzen Ersteigerer sofort in Cent und Euro und gegen Quittung bezahlen: Überweisungen oder Karten waren nicht zugelassen.

2015 wird es voraussichtlich eine erneute Versteigerung geben. Wann und wo muss noch geklärt werden, bis es wieder heißt: „Zum Ersten, zum Zweiten… Sie haben den Zuschlag.“

Von Hans-Peter Niesen

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