Fallzahlen im Coronajahr haben sich fast halbiert

Deutlich weniger Fahrraddiebstähle im Kreis Northeim

Dieb knackt Fahrradschloss mit einem Bolzenschneider
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Diebstahl trotz Sicherung: Fahrraddieb in Aktion (Symbolbild). 

Fahrraddiebstähle sind im Landkreis Northeim im Coronajahr 2020 deutlich zurückgegangen.

Northeim – Dass das Coronajahr 2020 für den einen oder anderen durchaus auch Positives hervorgebracht hat, zeigt sich nicht nur in den Geschäftsbilanzen der Online-Händler. Auch die Polizei im Kreis Northeim hat eine Positiv-Nachricht zu vermelden: Fahrraddiebstähle sind drastisch zurückgegangen.

Damit hat sich allerdings ein Trend verstärkt, der im Landkreis bereits 2019 begonnen hatte. Laut Daniel Ahrenbog, Vize-Pressesprecher der Polizeiinspektion Northeim, sind im Jahr 2018 kreisweit noch 170 Fahrraddiebstähle angezeigt worden. 2019 waren es nur noch 147.

Im vorigen Jahr allerdings, in dem sich Corona erstmals zeigte, habe es einen drastischen Rückgang gegeben. So seien 2020 insgesamt nur noch 88 Anzeigen wegen Fahrraddiebstahls erstattet worden. Damit steht der Landkreis Northeim im Gegensatz zu den Polizeistatistiken einiger benachbarter Großstädte. So verzeichnete beispielsweise die Polizei in Kassel im vorigen Jahr einen Anstieg an Fahrraddiebstählen um 13 Prozent auf 760 Fälle. Im Oberzentrum Göttingen gingen die Fallzahlen allerdings auch zurück.

Und noch eine erfreuliche Meldung hat die Polizeiinspektion Northeim im Zusammenhang mit Fahrraddiebstählen zu verkünden: Im Kreis Northeim stieg die Aufklärungsquote von Zweiraddiebstählen im vorigen Jahr deutlich auf fast 23 Prozent (Vorjahr: 13,5 Prozent).

Ein wesentlicher Faktor für den deutlichen Rückgang der Fallzahlen dürfte die Pandemie sein. Schließlich war coronabedingt Homeoffice und Homeschooling angesagt, und so mussten sich auch weniger Menschen aufs Rad schwingen. Veranstaltungen gab es auch kaum, auch keine offene Kneipe, vor der man sein Fahrrad hätte parken und ein Dieb zuschlagen können.

Auch in diesem Jahr scheint sich der Trend fortzusetzen. So gab es laut Polizeisprecher Daniel Ahrenbog bislang nur 40 gemeldete Fahrraddiebstähle (Stand 15. Juli). Gefühlt handele es sich nach seinen Worten überwiegend um E-Bikes, wobei es dafür keine genauen Daten gebe, weil Fahrraddiebstähle nicht nach Zweirad-Arten aufgeschlüsselt werden.

Auch Prävention und Fahndungserfolge könnten zum Rückgang beigetragen haben. So nahm die Polizei im April 2019 eine dreiköpfige Bande von Fahrraddieben fest, die von Northeim aus operierte. Mindestens 88 Diebstähle mit einem Gesamtschaden von fast 50 000 Euro gingen auf ihr Konto.

Das rät die Polizei

Die Polizei rät generell, Fahrräder mit dem Rahmen stets mit stabilen Schlössern an einem fest verankerten Gegenstand festzuschließen. Räder sollten stets an belebten, gut einsehbaren und beleuchteten Stellen abgestellt werden. Eine weitere Schutzmöglichkeit sei das Anbringen eines versteckten Senders am Rad. Diese sogenannten GPS-Tracker senden einen Alarm ans Handy, wenn das Fahrrad bewegt wird und übermitteln den aktuellen Standort des Fahrrads. (Axel Gödecke)

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