Viele Fahrer wissen nicht, wie Gasse bei drei Spuren gebildet wird

Fehlende Rettungsgasse bereitet Einsatzkräften Probleme

Symbolfoto: dpa

Northeim. Bei Unfällen auf der Autobahn haben Rettungskräfte immer wieder Probleme, zügig zum Unfallort zu kommen.

Der Grund: Knapp zwei Drittel aller Führerscheinbesitzer wissen nicht, wie auf einer dreispurigen Straße eine Rettungsgasse gebildet wird. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage. Bezogen auf eine Straße mit zwei Spuren gaben 41 Prozent der Befragten eine falsche Antwort.

„Wir bemerken oft, dass die Rettungsgasse erst gebildet wird, wenn sich von hinten ein Fahrzeug mit Martinshorn und Blaulicht nähert“, berichtet Kreisbrandmeister Bernd Kühle. „Häufig wird die Rettungsgasse dann gleich wieder geschlossen, so dass weitere Einsatzfahrzeuge auch nicht richtig durchkommen.“

Kühle erinnert sich an einen dramatischen Fall auf der A7, als ein Unfallopfer im Fahrzeug eingeklemmt war und im Stau stehende Autos das Feuerwehrfahrzeug mit den notwendigen Geräten blockierten. „Da ist der Feuerwehrwagen dann einfach gefahren - ohne Rücksicht auf die Außenspiegel der Autos. Sonst hätten wir dem Verletzten nicht mehr rechtzeitig helfen können“, sagt er.

Grafik: So klappt es mit der Rettungsgasse. Klicken Sie auf das Symbol mit den vier Pfeilen oben rechts, um das Bild größer zu machen.

Ähnliche Szenen kennt auch Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke von der Göttinger Polizei. Obwohl die Rettungsgasse seit 1982 in der Straßenverkehrsordnung verankert ist, sei die Regelung vielen Autofahrern unbekannt. Dabei ist sie eigentlich ganz einfach: „Sobald der Verkehr außerorts auf mehrspurigen Straßen stockt, muss eine Rettungsgasse gebildet werden“, erklärt der Hauptkommissar. Das gelte auch für Bundesstraßen.

Besonders kritisch sieht Kreisbrandmeister Kühle die Schaulustigen, die lieber fotografieren als zu helfen. „Immer wieder fahren Leute ganz nah an Unfällen vorbei und vergessen dabei, dass sich Öllachen und Trümmerteile auf der Fahrbahn befinden können.“ Das könne fatale Folgen haben, wenn sich die Autos durch die Trümmerteile zum Beispiel einen platten Reifen einhandeln.

Tipps der Polizei für Autofahrer im Stau:

• Fahren Sie vorausschauend und defensiv. Jederzeit kann es zu Verkehrsbehinderungen oder einem Stau kommen.

• Schalten Sie die Warnblinkanlage ein, sobald Sie sich einem Stau nähern.

• Verringern Sie möglichst langsam Ihre Geschwindigkeit - vermeiden Sie plötzliches Abbremsen.

• Bilden Sie unverzüglich eine Rettungsgasse und halten Sie diese frei, bis der Verkehr wieder rollt.

• Halten Sie mit Ihrem Fahrzeug parallel zur Fahrtrichtung, so dass das Heck nicht in die Rettungsgasse ragt.

• Sorgen Sie für einen ausreichenden Sicherheitsabstand von drei Fahrzeuglängen zum Vordermann.

• Bleiben Sie in Ihrem stehenden Pkw angeschnallt und halten Sie sich nicht auf der Fahrbahn auf.

• Verlassen Sie nur im Notfall Ihr Fahrzeug zur Fahrbahn abgewandten Seite und suchen Sie sofort Schutz hinter der Leitplanke.

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