Brandmeister vom Dienst

Feuerwehr Northeim: Immer als Erster da, wenn's brennt 

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Sieben Brandmeister vom Dienst: Von links Alexander Nolte, Daniel Kühle, Thomas Lawrenz, Ortsbrandmeister Jens Pinneke, sein Stellvertreter Sebastian Schipper, Jörg Schipper und Jan Friedrich.

Northeim. Seit fast 30 Jahren gibt es bei der Freiwilligen Feuerwehr Northeim den Brandmeister vom Dienst - kurz BvD. 

Er ist immer der Erste am Einsatzort, egal ob bei einem Brand, einem schweren Verkehrsunfall oder bei Überschwemmungen: der Brandmeister vom Dienst (BvD) der Freiwilligen Feuerwehr Northeim.

Sieben Führungskräfte der Wehr besetzen diesen 24-Stunden-Dienst jeweils im wöchentlichen Wechsel, ein achter Aktiver befindet sich gerade in der Ausbildung.

Und 24 Stunden heißt: Die sieben Führungskräfte, Ortsbrandmeister Jens Pinneke, sein Stellvertreter Sebastian Schipper sowie Alexander Nolte, Thomas Lawrenz, Daniel Kühle, Jörg Schipper und Jan Friedrich, sind total gebunden, müssen sich somit vor allem privat einschränken. „Das heißt, dass wir unsere Familien auch schon mal mit dem vollen Einkaufswagen an der Kasse stehen lassen, wenn wir alarmiert werden“, erzählt Ortsbrandmeister Jens Pinneke. Auch bei privaten Feiern ist der diensthabende BvD dann von einer auf die nächste Sekunde verschwunden.

„Darum ist es wichtig, dass die Familien hinter uns stehen und unser ehrenamtliches Engagement unterstützen“, sagt Pinneke.

Negative Sprüche

Schade finden er und sein Stellvertreter Sebastian Schipper, dass sie und ihre Kameraden, die natürlich auch in Zivilkleidung mit dem Feuerwehrfahrzeug, einem Ford Kuga, unterwegs sind, sich immer mal wieder negative Sprüche anhören müssen: „Da werden unsere Steuergelder verfahren“, ist nur einer von vielen. „Einigen Menschen fehlt es da offensichtlich an Verständnis für unsere Arbeit“, sagt Sebastian Schipper. Dass diese Arbeit aber immens wichtig ist, hätten die unzähligen Großeinsätze der vergangenen Jahre bewiesen.

Wichtige Minuten

Schipper, Pinneke und Co. können sofort, wenn sie an der Einsatzstelle eintreffen und sich einen Überblick verschafft haben, einschätzen, welche Fahrzeuge und wie viele Kameraden ausrücken müssen. Entscheidungswege werden verkürzt, weitere Maßnahmen noch schneller eingeleitet.

„Da werden wichtige Minuten gespart, die manchmal Leben retten können“, sagt Schipper. Zum Beispiel bei einem schweren Verkehrsunfall. Allerdings sei es auch nicht immer einfach, als Erster an einer Einsatzstelle zu sein. „Wenn bei einem Feuer Nachbarn oder Angehörige an dir zerren und sagen, geh da rein, da ist noch jemand im Haus, musst du echt einen kühlen Kopf bewahren“, erzählt Schipper.

Einsatzerfahrung

Natürlich müssten Feuerwehrleute in erster Linie auf die eigene Sicherheit und Gesundheit achten, rennen darum auch nicht einfach in ein brennendes Haus.

„Wir wissen genau, was wir uns zutrauen können, und was nicht“, sagt Sebastian Schipper.

Dafür sorgen unter anderem die jahrelange Einsatzerfahrung und die Zugführerausbildung, die jeder, der BvD werden will, absolviert haben muss.

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