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Rekord: Feuerwehren im Kreis Northeim fahren im Juli über 170 Einsätze

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Von: Axel Gödecke

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Löscheinsatz bei einem Waldbrand in der Nacht zum 21. Julu 2022 in Einbeck.
Löscheinsatz bei einem Waldbrand in der Nacht zum 21. Juli 2022 in Einbeck. © Kreisfeuerwehr Northeim/ Konstatin Mennecke

Die Feuerwehren im Kreis Northeim hatten im Laufe des Monats Juli einen Einsatz-Allzeitrekord zu verzeichnen.

Landkreis Northeim - Über 170-mal wurden Ortswehren im Kreisgebiet im Juli alarmiert. Allein am Donnerstag, 13. Juli, kam es zu 13 Einsätzen unter Beteiligung von über 300 Einsatzkräften.

Die meisten Kräfte gebunden, so heißt es in einer Mitteilung der Kreisfeuerwehr, hätten im Juli Flächen- und Waldbrände. Zu zwölf Freiflächenbränden seien die Feuerwehren gerufen, fünfmal habe es die Meldung über Waldbrände gegeben, darunter die Einsatzstellen bei Einbeck, Espol und Westerhof.

Marko de Klein
Marko de Klein, Kreisbrandmeister Northeim © Kreisfeuerwehr Northeim, Konstantin Mennecke

„In den vergangenen Jahren haben wir die Situation in unseren Wäldern auch im Hinblick auf die zunehmenden Dürreperioden mit Sorge betrachtet, in diesem Jahr ist sie ein Problem“, betont Kreisbrandmeister Marko de Klein. Insbesondere der Waldbrand in Einbeck habe gezeigt, wie schnell sich bei Wind und in Hanglagen Feuer durch die trockenen Waldflächen fressen könne.

„Aufgrund dieser Entwicklungen stehen wir im engen Austausch mit dem Land, was die Erprobung eines neuen Waldbrand-Tanklöschfahrzeugs betrifft. Wir werden uns, nicht zuletzt aufgrund des momentanen Einsatzgeschehens, in Hannover dafür stark machen, ein solches Fahrzeug im Landkreis stationiert zu bekommen.“

Das Land Niedersachsen schafft seit 2021 neue Speziallöschfahrzeuge zur Waldbrandbekämpfung an. Erste wurden schon ausgeliefert, zum Beispiel in den Harz. Northeims Kreisbrandmeister Marko de Klein wünscht sich, dass ein solches Tanklöschfahrzeug auf Basis eines geländefähigen Unimogs mit 3000 Liter-Wassertank und spezifischer Waldbrandausstattung auch im Kreis Northeim stationiert wird, und zwar für den Solling, wo der Wildniswald derzeit ausgebaut wird.

Kreisfeuerwehr setzt auch auf neue Quads

Der Waldbrand in Einbeck habe gezeigt, dass man mit der Waldbrandkomponente der Feuerwehrbereitschaft 1, in Zusammenarbeit mit allen Hilfsorganisationen einen richtigen Weg eingeschlagen habe. Die Kooperation vor Ort mit der Geländekomponente des DRK aus dem Alten Amt mit Quad und Unimog, das THW mit seiner Wassertransportkomponente, die Fachgruppe Rettungsrobotik der Kreisfeuerwehr und die zahlreichen Einbecker Kräfte ergaben ein „Gesamtbild, das es zur schnellen Eindämmung solcher Feuer benötigt“, so de Klein.

Dieses ATV (Quad) stellte der Kreis Goslar zur Waldbrandbekämpfung in Dienst. Ein ähnliches Fahrzeug wünscht sich auch die Kreisfeuerwehr Northeim.
Dieses ATV (Quad) stellte der Kreis Goslar zur Waldbrandbekämpfung in Dienst. Ein ähnliches Fahrzeug wünscht sich auch die Kreisfeuerwehr Northeim. © Kreisfeuerwehr Goslar / nh

Der Landkreis mache sich für weitere zielgerichtete Investitionen stark, um für die klimatischen Herausforderungen gut aufgestellt zu sein. So sollen unter anderem 2023 auch zwei eigene Quads angeschafft werden.

Wir investieren in den kommenden Jahren auch in Quads, um auch schwer zugängiges Gelände zu erreichen“, betont Kreismeister Marko de Klein. Damit wolle man schneller vor Ort sein, um Waldbrände schon während ihrer Entstehung zu bekämpfen. Zwei Exemplare wünscht sich der Kreisbrandmeister.

Er handelt sich um All-Terrain-Vehicle (ATV), die neben der Geländegängigkeit und einer Kabine für vier Personen auch über eine Ladefläche für eine kleine Löschanlage und weitere Utensilien zur Waldbrandbekämpfung verfügt. Die Kreisfeuerwehr Goslar hat so ein Quad bereits.

Ergänzend wolle die Kreisfeuerwehr weiter und verstärkt in die Ausbildung in Sachen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung investieren. De Klein: „Aktuell erproben wir neue Systeme für die Lageerkundung aus der Luft und arbeiten weiter daran, die Bevölkerung auch bei derartigen Großbränden schnell über mögliche Gefahren informieren zu können.“ Dafür investiere man nicht nur viel Geld, sondern stehe überregional im Austausch mit anderen Landkreisen, sagt der Feuerwehr-Chef.

Die hohe Zahl der Einsätze im Juli sei nicht nur auf Brände, sondern auch auf zahlreiche Technische Hilfeleistungen wie Türöffnungen und Verkehrsunfälle zurückzuführen, ergänzt Kreisfeuerwehr-Pressesprecher Konstantin Mennecke. „Die starke Hitze trifft insbesondere ältere Menschen, was für viele Notrufe in der Einsatzleitstelle gesorgt hat. Auch die Rettungsdienste waren in diesem Monat stark gefordert.“ (Axel Gödecke)

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