Feuerwehren im Landkreis sind schnell genug am Einsatzort

Symbolfoto: dpa

Northeim. Selbst in Randbezirken des Landkreises sind die Freiwilligen Feuerwehren schnell genug am Einsatzort.

Dieses Fazit zieht Kreisbrandmeister Bernd Kühle, nachdem eine Umfrage des Norddeutschen Rundfunks (NDR) unter mehreren Berufsfeuerwehren im Norden ergeben hat, dass diese die vorgegebenen Hilfsfristen oft nicht einhalten können. „Niemand bei uns im Kreis muss sich Sorgen machen. Wir sind gut unterwegs“, betont Kühle.

Nach Angaben des NDR schafften es fünf von sechs Wehren nicht, zu 95 Prozent innerhalb von acht Minuten mit zehn Kräften am Einsatzort zu sein. Auf dieses sogenannte Schutzziel hat sich die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF) verständigt.

Für die Freiwilligen Feuerwehren ist dieses Schutzziel nicht bindend. „Das wäre mit Ehrenamtlichen, die tagsüber arbeiten, auch gar nicht zu schaffen“, sagt Kühle. Im Landkreis Northeim haben sich die Feuerwehren ein Ziel von 15 Minuten gesteckt. Gesetzlich vorgeschrieben ist das aber nicht. Die Einsatzzeiten werden von der Leitstelle erfasst und monatlich ausgewertet. Dabei gebe es nur selten Auffälligkeiten, erläutert Kühle, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Seit einigen Jahren sind jeweils mehrere Wehren in Löschzügen zusammengefasst, so dass keine Ortsfeuerwehr bei einem Einsatz auf sich allein gestellt ist. „Das hat sich in der Praxis bewährt“, sagt Kühle. Auch die Spezialisierung der Wehren innerhalb der Löschzüge, zum Beispiel auf Atemschutz oder Beleuchtung, sei richtig gewesen.

Im Landkreis Northeim sei das erste Fahrzeug meistens deutlich früher als 15 Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort, berichtet Kühle. Das ist auch wichtig, denn ein Mensch kann schon 13 Minuten im Brandrauch kaum noch ertragen, heißt es seitens der AGBF. Die Zeit vom Brandausbruch bis zu einem möglichen schlagartigen Ausbreiten des Feuers (Flash-Over) liegt bei einem Wohnungsbrand bei 18 bis 20 Minuten.

Im benachbarten Göttingen verhandeln die politischen Gremien derzeit über einen Bedarfsplan für die Berufsfeuerwehr, in dem die Fristen festgeschrieben werden sollen, berichtet der Leiter der Göttinger Berufsfeuerwehr, Dr. Martin Schäfer. Bisher galten die Vorgaben der AGBF (Eintreffen mit zehn Kräften nach spätestens acht Minuten bei 95 Prozent der Einsätze) nur als Richtlinie. Zahlen zu den bisherigen Einsatzzeiten wollte Schäfer auf HNA-Anfrage nicht nennen.

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