Porträt

Finanzexperte Frank Doods ist neuer Staatssekretär

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Chef des Hauses: Staatssekretär Frank Doods aus Kreiensen vor dem Finanzministerium in Hannover. Dort ist der 51-Jährige verantwortlich für die Organisation des Hauses.

Kreiensen. Der Mann fährt mit dem Zug, jeden Arbeitstag nach Hannover, seit Jahren schon. Er könnte jetzt die Limousine mit Fahrer nutzen. Den Bahnhof in Kreiensen aber erreicht Frank Doods von Zuhause in wenigen Minuten zu Fuß. Warum sollte er also seine Gewohnheit ändern?

Nur weil er vor wenigen Wochen das vierte Büro seit 1994 im niedersächsischen Finanzministerium bezogen hat? Weil er nun Staatssekretär ist, der Chef des Hauses?

„Ich bin kein Politiker“, sagt der 51-Jährige, „Ich mache keine Politik.“ Das sei der Job des Ministers. Doods sieht sich als Mittler zwischen Verwaltung und Politik. Er ist dafür zuständig, dass das Finanzministerium in Hannover mit den rund 300 Mitarbeitern reibungslos funktioniert. Diesen Apparat und seine Menschen kennt Frank Doods seit 19 Jahren.

Um 7 Uhr am Schreibtisch

Frank Doods ist Frühaufsteher. Gegen 7 Uhr sitzt der Kreienser schon in Hannover am Schreibtisch. Während der Zugfahrt hat er bereits die HNA gelesen. Im Ministerium nutzt Doods die Zeit, um sich mit „frischem Kopf“, wie er sagt, in komplexe Finanzmaterie und Steuerthematiken einzulesen und selbst etwas zu formulieren.

„Das ist das Ideal“, lächelt der Staatssekretär. Oftmals vergeht die morgendliche Stunde auch nur damit, aufzuarbeiten, was liegen geblieben war, oder „um auf Stand zu kommen.“

Denn gegen 8.45 Uhr ist „kleine Lage“: Der neue Minister Peter-Jürgen Schneider hat die Morgenbesprechung eingeführt. Drei Referenten, die Leiterin des Ministerbüros, der Minister selbst und Frank Doods klären dann, was anliegt, worum sich das Ministerium kümmern muss, was die Medien berichten.

Kurz und knapp. „Das ist keine Erzählstunde“, sagt Doods. Zu vertiefenden Gesprächen bleibt später Zeit, etwa bei einer Autofahrt mit dem Minister zu einem Termin.

Neue Aufgaben

Frank Doods hat sich in seinen bisherigen Tätigkeiten im Finanzministerium stets nur um fachliche Themen gekümmert. Das ist jetzt anders: Sein Job als Staatssekretär ist die Organisation des Hauses, das alle Geldgeschäfte des Landes Niedersachsen erledigt und Aufsichtsbehörde für alle Finanzämter mit ihren 14.000 Mitarbeitern ist.

Er muss jetzt Antworten auf Personalfragen finden. Aktuell hat er die neue Leitung des Ministeriums organisatorisch umstrukturiert, personell aber vieles belassen. Die bislang vier Abteilungen seien immer überfrachtet gewesen, sagt der 51-Jährige, der dank persönlicher Erfahrung mit den meisten Namen sofort ein Gesicht verbindet.

Neu im neuen Job sind auch die zahlreicher gewordenen Außenkontakte: „Ich werde jetzt verstärkter angesprochen.“ Dabei auch mal Nein zu sagen, das müsse er noch üben, räumt Doods ein. „Man muss sich verändern, will sich aber auch nicht aufgeben und Mensch bleiben“, sagt er.

Die Rückfahrt nach Kreiensen verbringt der Staatssekretär mit Aktenstudium, zuhause angekommen ist definitiv Feierabend. Manchmal, vor allem bei abendlichen Terminen, nutzt Doods dann auch mal nicht den Zug, sondern die Limousine mit Fahrer.

Zur Person

Frank Doods ist 51 Jahre alt und lebt mit Ehefrau Nadine Seifert-Doods und den zwei Söhnen (14 und 16 Jahre alt) in Kreiensen. Der gebürtige Holzmindener ist seit 1980 Mitglied der SPD und seit 2001 Ratsherr der Gemeinde Kreiensen, seit Januar 2013 Ratsherr der neuen Stadt Einbeck.

In der mit Einbeck fusionierten Gemeinde Kreiensen war er zuletzt Vorsitzender der SPD-Fraktion. In seiner Freizeit neben Job und ehrenamtlicher Kommunalpolitik schraubt und hämmert Doods gern als Heimwerker im Haus in Kreiensen.

Im Ministerium hat der Kreienser als Persönlicher Referent der Finanzminister Hinrich Swieter und Willi Waike in den 90er-Jahren begonnen. Bevor ihn der neue niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider im Februar zum Staatssekretär berief, war Doods im Finanzministerium Leiter des Referats für Sparkassenaufsicht, öffentlich-rechtliche Kreditinstitute und Bürgschaften.

Ihm schallt daher heute meist kein ehrfürchtiges „Herr Staatssekretär“ entgegen, wenn er Mitarbeiter auf dem Flur trifft, sondern ein „Hallo, Frank“. (zfb)

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