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Landkreis Northeim soll bei Vorranggebieten nachbessern

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Von: Niko Mönkemeyer

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Kahlschlagfläche bei Kalefeld.
Auf solchen durch Sturm und Borkenkäferbefall kahl gewordenen Waldflächen könnten Windkraftanlagen entstehen. © Hubert Jelinek

Der Landkreis Northeim muss vor der Verabschiedung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) hinsichtlich der Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergie unbedingt nachbessern. Diese Forderung hat der CDU-Kreistagsabgeordnete Christian von Plate Stralenheim aus Imbshausen in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz erhoben.

Northeim – Die bislang vorgesehenen Flächen würden zum großen Teil im Hinblick auf die zu erwartende Windausbeute von Fachleuten als völlig ungeeignet und unattraktiv bewertet, schilderte von Plate Stralenheim, der selbst im geplanten Vorranggebiet bei Imbshausen Flächen besitzt, seine Erfahrungen mit möglichen Investoren. „Von den rund 180 Hektar bei Imbshausen sind zum Beispiel wohl nur 30 zu gebrauchen.“

Von Plate Stralenheim erinnerte daran, dass es durch den Krieg in der Ukraine jetzt einen noch größeren Zeitdruck für den Ausbau regenerativer Energien gebe. Insofern müsse man versuchen, effizientere Flächen auszuweisen und dabei auch die durch Trockenheit und Sturm entstandenen Flächen in Waldbereichen einbeziehen.

Christian v. Plate Stralenheim
Christian von Plate Stralenheim (CDU) © Hubert Jelinek

Auf vielen dieser Standorte sei Forstwirtschaft ohnehin künftig nicht mehr sinnvoll, da sich auf Kalksteinkuppen keine ausreichende Humusschicht bilden könne, so von Plate Stralenheim, der selbst auch Waldbesitzer ist.

Weitere Vorteile solcher alternativen Standorte seien zum einen die größere Entfernung zu Siedlungsgebieten und zum anderen die geringere Beeinträchtigung der Landwirtschaft.

„Wir können diese Forderung nachvollziehen, aber derzeit gibt es keine rechtlichen Möglichkeiten, Windkraft auch im Wald zuzulassen“, sagte Julia Gottlieb, Baudezernentin des Landkreises Northeim. Sie verwies darauf, dass das Land Niedersachsen die entsprechenden Voraussetzungen dafür schaffen müsste. Falls dies geschehe, und tatsächlich der Bau von Windrädern auf Waldflächen möglich werden sollte, müssten dennoch die jetzt im RROP vorgesehenen Vorrangflächen in vollem Umfang erhalten bleiben. (Niko Mönkemeyer)

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