Innenwände des Schlösschens werden mit einem Kork/Lehm-Gemisch gedämmt

Burgbergkomplex: Flitzer sind bald passé

Alles uralt: Auch auf dem Dachboden muss noch viel gemacht werden. Wenn sich dort jemand bewegt, schwingt der ganze Fußboden mit.

Katlenburg. Die Tage, in denen die Übernachtungsgäste des historischen Burgbergkomplexes über den Flur flitzen mussten, um Duschen oder Toiletten zu erreichen, sind gezählt - zumindest in weiteren acht Zimmern des alten Gemäuers.

Die werden gerade aufwändig saniert und vom Komfort auf den neuesten Stand gebracht.

In Angriff genommen haben die Handwerker den Ostflügel, das so genannte Schlösschen (Bereich auf der Ostseite mit den beiden Türmchen). Die Zimmer gleichen einem Rohbau, alle Wände sind nackt und kahl. Davor befinden sich Ständerkonstruktionen.

An den senkrechten Balken werden waagerecht Bretter angebracht. Der 14 Zentimeter starke Hohlraum bis zur Wand wird aufwändig gefüllt mit einem fertigen Gemisch aus Kork und Lehm. „Das ist ein ideales Dämmmaterial und passt hervorragend zu diesem historischen Gebäude“, beschreibt der Bauamtsleiter der Gemeinde Katlenburg-Lindau, Hans-Ulrich Wiese, die Vorgehensweise.

Wenn das feuchte Dämmmaterial per Schaufel eingefüllt ist, wird es sogleich mit einem Stampfer, der einer geschwungenen Stuhllehne gleicht, verdichtet. Stück für Stück wächst die frische Wand so in Richtung Decke. Nach und nach werden die Bretter von unten her abgenommen. Jetzt beginnt der Trocknungsprozess der Wand. „Je nach Wetterlage und Beheizung der Räume dauert das bis zu sechs Wochen“, erläutert ein Fachmann.

Eigene Bäder

Neben den acht Gästezimmern, die alle eigene Bäder bekommen, werden laut Wiese noch weitere Räume entkernt und saniert. Hinzu kommt zu der vorhandenen kleinen Küche eine neue große, damit zum Beispiel bei Feiern im Weinkeller besseres Arbeiten möglich wird. Außerdem werden weitere Funktionsräume wie ein Lagerraum und eine Kaffee-Vorbereitung für die große Terrasse eingerichtet.

Insgesamt gibt es im Ostflügel der Burg, die aus einem Kloster hervorgegangen ist, 22 Zimmer. „Wann wir die übrigen sanieren können, hängt von unseren Finanzierungsmöglichkeiten ab“, erläutert Wiese.

Im Moment bekommt die Kommune, die Eigentümerin des Burgbergkomplexes ist, noch Geld aus der Stadtsanierung. Aus diesem Topf rechnet Wiese mit 450.000 Euro bis zum Jahr 2015. „Doch das reicht bei weitem nicht für das, was noch alles gemacht werden muss.“

Von Hans-J. Oschmann

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