Sammelunterkünfte sind verkauft

Flüchtlinge: Nur noch zehn kommen pro Monat in den Landkreis Northeim

Flüchtlinge mit Gepäck warten auf dem Gelände der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt (Brandenburg), fotografiert am 13.08.2015. In der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt samt Außenstellen leben derzeit rund 2.100 Menschen, davon knapp 400 in Zelten. Foto: Patrick Pleul | Verwendung weltweit
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Northeim. Schon seit der Schließung der Balkanroute im März 2016 war der Zustrom an Flüchtlingen deutlich abgeebbt. Im Laufe des vorigen Jahres sank die Zahl der Neuankömmlinge weiter. 

Derzeit kommen monatlich nur noch ganze zehn Personen, betont Kreissprecher Dirk Niemeyer auf HNA-Anfrage.

Zum Vergleich: Im Herbst 2015, der Zeit, in der Flüchtlingszustrom am größten war, hatte der Landkreis wöchentlich 70 neu ankommende Flüchtlinge unterzubringen.

Die Zahl der Personen, die damals Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz bekamen, lag bei über 2000. Heute sind es mit 870 Flüchtlingen weniger als die Hälfte.

Ursachen sind der geringe Zustrom, aber auch die Tatsache, dass viele der damaligen Asylbewerber zwischenzeitlich nicht mehr als solche registriert sind. Die meisten erhalten mittlerweile Hartz IV.

Natürlich hat die gesunkene Zahl der Neuankömmlinge auch Auswirkungen auf die Städte und Gemeinden, wo sie in Wohnungen untergebracht sind. So sind beispielsweise aktuell in Katlenburg-Lindau nur noch 32 Asylbewerber registriert. Vor zweieinhalb Jahren waren es nach Auskunft der Gemeinde fast 80. In Northeim waren Mitte 2016 in etwa 600 Flüchtlinge gemeldet, heute sind es 229.

Die beiden Sammelunterkünfte, die der Landkreis als Notquartiere für Flüchtlinge in Dassel und in Wahmbeck betrieb, sind geschlossen. Im ehemaligen Freizeitheim in Wahmbeck, waren bis Ende 2016 Geflüchtete untergebracht. Der Landkreis hat die Immobilie Ende 2017 wieder verkauft. Ein Ehepaar aus Rheinland-Pfalz möchte darin ab Mai 2018 eine Herberge für Radwanderer einrichten.

Die einstige Reinald-von-Dassel-Schule diente bis September 2016 als Flüchtlingsnotunterkunft. Sie wird jetzt von der Volkshochschule genutzt, ein anderer Teil steht der Polizei für Ausbildungszwecke zur Verfügung. 

Die meisten kommen aus Afghanistan

Im Landkreis erhalten derzeit laut Kreisverwaltung 870 Personen Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz. Diese teilen sich nach folgenden Herkunftsländern auf: Afghanistan (116), Syrien (103), Russische Föderation (101), Irak (84), Kosovo (66), Serbien (54), Libanon (50), Türkei (35), Albanien (34), Iran (27), Pakistan (31), Mazedonien (23), Eritrea (22), Somalia (20), weitere afrikanische Staaten (29), ungeklärte Herkunft (29) und sonstige (46). 

Untergebracht sind sie in Bad Gandersheim (83), Bodenfelde (26), Kalefeld (11), Moringen (33), Nörten-Hardenberg (18), Dassel (54), Einbeck (235), Hardegsen (26), Uslar (110), Northeim (229), Katlenburg-Lindau (32), außerhalb des Kreises (13).

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