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Flüchtlings-Unterkünfte im Kreis Northeim: 140 Plätze leer

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Von: Axel Gödecke

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Das Bild zeigt diee BBS-Sporthalle in Northeim, die aals Flüchtlingsunterkunft genutzt wird.
Die BBS-Sporthalle in Northeim ist Flüchtlingsunterkunft. © Hubert Jelinek

In den vier Sammelunterkünften für Flüchtlinge im Kreis Northeim stehen derzeit 140 Plätze leer. Die Kosten laufen jedoch weiter.

Northeim – Die Unterhaltung der Unterkünfte muss der Kreis dennoch finanzieren. Die Northeimer Kreisverwaltung schließt sich deswegen der Forderung des Landkreistages an, dass sich das Land mehr finanziell beteiligen soll.

Jede Gemeinschaftsunterkunft koste den Landkreis im Monat etwa 100 000 Euro, heißt es von der Kreisverwaltung. Darin enthalten sind insbesondere die Ausgaben für den Betreiber, den Sicherheitsdienst und die Reinigung. Bei den vier bestehenden Unterkünften in Northeim (BBS-Halle), Hardegsen (ehemaliges Hotel in Goseplack), Einbeck (Ex-Jawoll-Markt) und Sievershausen (Ex-Landschulheim) seien das bereits 400 000 Euro. Eine fünfte Sammelunterkunft in der ehemaligen Reinhard-von-Dassel-Schule in Dassel sei derzeit in Aufbau.

Aufgrund der aktuellen Lage seien zwar nicht alle Aufnahmekapazitäten ausgeschöpft, sie würden aber dennoch vorgehalten, um neuen Fluchtwellen begegnen und Ankommenden sofort Hilfe geben zu können, heißt es vom Landkreis weiter. Die Aufnahme, Unterbringung und weitere Betreuung von Geflüchteten stelle den Landkreis Northeim vor große finanzielle Herausforderungen. Über Monate würden bereits neben Personal- und Sachausgaben in der eigenen Verwaltung viel Geld für die Vorhaltung der Sammelunterkünfte aufgewandt, egal ob sie gut oder weniger gut ausgelastet seien.

Diese Last auf Dauer sollte den engagierten Landkreisen, Städten und Gemeinden nicht allein aufgebürdet werden. Zwar beteiligten sich Bund und Land an den Kosten für die Sammelunterkünfte und für 2022 seien dafür auch schon Gelder ausgezahlt worden, doch diese deckten die Kosten bei Weitem nicht, und das liege auch daran, dass unbelegte Plätze vorgehalten werden.

Aktuell sieht die Belegung in den Unterkünften im Kreisgebiet wie folgt aus:

In Northeim die BBS-Halle: belegt mit 84 Personen (Kapazität 110 Personen),
in Einbeck der ehemalige Jawoll-Markt: belegt mit 13 Personen (Kapazität 100),
 in Sievershausen im ehemaligen Landschulheim: belegt mit 64 Personen (Kapazität: 90)
in Goseplack im ehemaligen Hotel: belegt mit 58 Personen (entspricht Kapazität) und 
in Dassel in der ehemaligen Reinhard-von-Dassel-Schule: 0 Personen (etwa 200 Plätze, noch nicht in Betrieb).

Landkreistag fordert mehr Unterstützung

Meldungen über leere Plätze in Notunterkünften zum Trotz warnt der Niedersächsische Landkreistag (NLT) davor, Kapazitäten abzubauen. Es handele sich nur um eine Momentaufnahme, weil seit Wochen aufgrund des Verteilverfahrens keine ukrainischen Vertriebenen mehr in Niedersachsen aufgenommen werden. Das werde sich ändern, sagt MLT-Hauptgeschäftsführer Hubert Meyer. Er fordert mehr Geld für die Kommunen für die Vorhaltekosten der Unterkünfte.  (Axel Gödecke)

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