Dorste: Flüchtlingsfamilie wünscht sich Sicherheit

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Sind froh, in Dorste in Sicherheit zu sein: Birus (links) und Serket aus dem Nordirak mit ihren Töchter Lavin (2) und der gerade geborenen Davin.

Dorste. Aus dem Nordirak ist im August eine Famile in einem Lastwagen über die sogenannte Balkanroute nach Deutschland gekommen. Jetzt lebt sie in Dorste.

Mit seiner schwangeren Frau Birus und seiner zweijährigen Tochter Lavin floh Serket im August aus dem Nordirak. Über Istanbul und die sogenannte Balkanroute kam die kleine Familie in einem Laster nach Deutschland. Nur wenige Tage vor Weihnachten kam in Dorste ihre zweite Tochter, Davin, zur Welt.

Sie haben ihre Geschichte erzählt: Als Jesiden werden sie in ihrer Heimat von den Anhängern des Islamischen Staats (IS) als Ungläubige verfolgt, mussten in der Zeit vor ihrer Flucht Morde mitansehen und erleben, wie anderen Eltern ihre Kinder weggenommen und verkauft wurden.

„Wir hatten Angst, extrem viel Angst“, erzählt Birus. So viel Angst, dass sie die Flucht auch als Schwangere auf sich nahm. Jetzt, da die kleine Davin gesund zur Welt gekommen ist, schöpfen sie Hoffnung, allerdings auf ein neues Leben in Deutschland und nicht auf eine Rückkehr in die Heimat.

„Selbst wenn der Krieg im Nordirak zu Ende geht, glaube ich nicht daran, dass es Frieden geben wird, sondern weitere Konflikte und für uns Jesiden keine Sicherheit.“

In Deutschland gehört der Irak zu den Ländern, aus denen die meisten Menschen nach Deutschland kommen Die aktuellen Zahlen besagen außerdem, dass im November mehr als 80 Prozent der nach Deutschland eingereisten Iraker nach Paragraph 3 des Asylgesetzes „aus begründeter Furcht vor Verfolgung“ wegen ihrer „Rasse, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe“ als Flüchtlinge anerkannt wurden.

Warten auf Anhörung

Das allerdings steht Serket und seiner Familie noch bevor. Von Friedland aus wurden sie zunächst nach Dorste verteilt, wo sie jetzt auf ihre Anhörung warten.

Natürlich haben sie trotz der aussichtsreichen Quoten Angst vor der Abschiebung, hinzu kommt die Angst um ihre Eltern und Geschwister, die noch im Irak leben und von denen sie nur ab und zu ein Lebenszeichen bekommen. Für konkrete Träume und Wünsche für die Zukunft ihrer Kinder ist es laut Serket noch zu früh. Erst einmal ist der Familie wichtig, dass sie dem Terror des IS entkommen und in Sicherheit sind.

Alles weitere, zum Beispiel, wie sie sich und den Kindern hier eine Existenz aufbauen können, kommt später.

Trotzdem knüpfen sie dank ihrer ehrenamtlichen Paten und Nachbarn in Dorste erste Kontakte und wollen anfangen, Deutsch zu lernen. Die zweijährige Lavin schnappt schon jetzt erste deutsche Wörter auf und freut sich, wenn die Paten sie verstehen. Was die Zukunft für sie und ihre Kinder bereithält, wissen Birus und Serket nicht, doch sie hoffen, dass auch die kleine Davin hier ohne Anfeindungen aufwachsen kann.

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