KGS-Schüler drehen Musikvideo unter dem Motto „Helfen statt wegschauen“

Flugstunde in der Schule

Kommt ein Schüler geflogen: Max (lila Jacke) hat Bruno ein Bein gestellt, der im hohen Bogen auf die Matte stürzt. Während Christian Schulz (links) alles mit der Kamera festhält, helfen die Schüler bei der richtigen Ausleuchtung der Szene. Foto:  Oschmann

Nörten-Hardenberg. Ein kleiner Hauch von Hollywood weht derzeit durch die Nörtener KGS-Außenstelle: Eine Schülergruppe dreht dort einen Film mit zum Teil spektakulären Szenen, in denen Gewalt eine Rolle spielt. Schüler Bruno fliegt dabei im hohen Bogen durch die Luft.

Passiert ist ihm dabei natürlich nichts. Es ist dafür gesorgt, dass der junge Mann nicht nur perfekt für diese Szene ausgeleuchtet wird, sondern auf dafür, dass sein Sturz weich abgefedert wird. Dafür liegt eine blaue Turnmatte auf dem Fußboden, die im Film natürlich nicht zu sehen ist.

Das Projekt mit 25 Schülern der Kooperativen Gesamtschule steht unter dem Motto „Helfen statt wegschauen“ und soll die Zivilcourage ansprechen. Die Idee dazu stammt von Bus-Scout-Ausbilder Michael Wetteborn, der die Schüler dazu ermuntert, in brenzligen Situationen einzugreifen, bevor Streitigkeiten eskalieren. Mehrere Mitwirkende haben seine Schule durchlaufen und wussten schon vor Drehbeginn, worum es geht.

Profi an der Kamera

Der Film, der von Filmprofi Christian Schulz gedreht und bearbeitet wird, hat eine kurze Handlung, in deren Mittelpunkt die Schüler Bruno und Max stehen.

Bruno mimt in dem Streifen den „armen Hund“, der sich keine teuren Klamotten leisten kann und deshalb oft außen vor ist. Der großgewachsene Max steht hingegen im Mittelpunkt, erweist sich allerdings als Aggressor und bugsiert sich so selbst ins Abseits, als er immer wieder Streitigkeiten vom Zaun bricht und gegen Bruno handgreiflich wird.

Thomas Opolka von der Nörtener Jugendpflege ist mit im Boot, freut sich über die Begeisterung der mitwirkenden Schüler, die die Klassen sieben bis zehn besuchen. Und über die professionelle Machart. Dazu zählt die extra geschriebene und produzierte rappige Musik von Andie Linkert.

„Für alle Filmszenen, die oft mehrfach gedreht werden mussten, hatten wir selbst entworfene Klappen vorbereitet.“

Thomas Opolka

Zu den Höhepunkten des Films, der etwas länger als fünf Minuten dauert, zählen die Sequenzen, die in einem extra für diesen Zweck zur Verfügung gestellten Schulbus gedreht wurden. „Das sind Szenen, wie sie sich täglich abspielen könnten, in der Praxis in unserer Region aber eher die Ausnahme sind“, sagt Opolka.

Morgen Premiere

Natürlich haben die KGS-Schüler mitbekommen, dass an ihrer Schule ein Film gedreht wird. Was genau dabei passiert, können sich alle zusammen am Freitag, 9. September, anschauen. Dann findet die Premiere des Musikvideos ab 11.25 Uhr in der Aula der ehemaligen Novalis-Schule statt.

Laut Thomas Opolka wird das Projekt, das 2100 Euro verschlingt, von mehreren Sponsoren unterstützt und soll als Anschauungsmaterial durch möglichst viele Schulen gehen. Es gibt sogar Bestrebungen, dass das Video demnächst im Fernsehen ausgestrahlt wird.

Von Hans-J. Oschmann

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