Förderung von Flüchtlingskindern

So lernen Fadi und Mohamed Deutsch

Ein eingespieltes Team beim Deutsch lernen: Fadi, die angehende Studentin Ciara Rausch-Vach und Mohamed ( von links). Foto:  Niesen

Moringen. Mit zusätzlichem Deutsch- und Förderunterricht sorgt der Landkreis Northeim dafür, dass Flüchtlingskinder möglichst rasch dem Schulunterricht folgen können.

Die Förderung der beiden in Moringen lebenden syrischen Flüchtlingskinder Fadi (10) und Mohamed (12) trägt bereits Früchte: In den knapp drei Monaten, in denen sie bei der angehenden Studentin Ciara Rausch-Vach (21) Deutsch lernen, haben sie schon so viele Sprachkenntnisse erworben, dass sie in vielen Bereichen dem Unterricht folgen können und Freunde gefunden haben.

Fadi legt den Kopf zur Seite und überlegt, dann antwortet er auf die Frage: „Wieviel ist 5 mal 9?“ mit einem deutlichen „45“. Als er vor einem Vierteljahr mit seinen Eltern, seinem Bruder und seiner Schwester Diara (5) nach Deutschland kam, sprach er noch kein Wort Deutsch. Zunächst lernten er und seine Geschwister erste Grundbegriffe im Aufnahmelager Friedland, nachdem sie mit ihrer Familie nach Moringen umgezogen waren, im Unterricht der Löwenzahn-Grundschule und bei Ciara Rausch-Vach.

Die junge Frau, die gerne Lehrerin werden möchte, wurde vom Landkreis Northeim mit insgesamt 20 Wochenstunden für den Sprachunterricht einschließlich Mathe engagiert. „Der Schlüssel zur Integration ist die Sprache“, sagte sie.

Mit ganz einfachen Begriffen begann sie, heute bearbeitet sie mit den beiden bereits Arbeitsblätter. Mit Fadi übt sie schon das Einmaleins. „Fadi geht zurzeit mit Jüngeren in die zweite Klasse. Er soll die Möglichkeit haben, mit Gleichaltrigen in eine Klasse zu gehen.“

Die beiden Jungen haben Ehrgeiz. „Ich male, schreibe und lerne am liebsten“, sagt Mohamed, der zurzeit den Unterricht in einer drittem Klasse besucht. Fadi äußert sich ganz ähnlich über seinen Alltag nach der Schule. Er hat es in der Schule etwas leichter als sein Bruder, weil die Aufgaben in Deutsch einfacher sind.

Gutes Diktat 

Ein ganz großes Lob bekam er von Ciara Rausch-Vach für sein jüngstes Diktat. „Da hat Fadi nur drei Fehler gemacht.“ Mohamed dagegen ist schon erheblich mehr gefordert, wenn er kleine Geschichten schreiben soll. Da reichen die Kenntnisse noch nicht aus. Ciara Rausch-Vach übt deshalb mit ihm das Schreiben von Sätzen.

Zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen der beiden gehört Fußballspielen. Mohamed hat über die Schule unterdessen auch Spaß am Handball gefunden. „Ich spiele im Tor“, sagt er stolz.

Ihr Vater erkundigt sich regelmäßig bei Ciara Rausch-Vach nach den Fortschritten seiner Söhne. „Er kann kaum Deutsch, wir reden mit Händen und Füßen“, sagt sie. Ab und zu ist auch jemand dabei, der dolmetscht. Ihr Vertrag läuft bis zum 31. Juli. „Bis dahin werden die beiden viel lernen“, ist sie optimistisch. Und wer sieht, wieviel Spaß die drei miteinander haben, kann sich vorstellen, dass sich die beiden inzwischen durchaus heimisch fühlen.

Von Hans-Peter Niesen

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