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Grundsteuererklärung nur online: Das ärgert viele im Kreis Northeim

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Von: Olaf Weiss

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Das Finanzamt Northeim-Herzberg (hier die Zentrale in Northeim) versendet derzeit die Aufforderungen, die Grundsteuerangaben in elektronischer Form abzugeben. Das geht nur online und ärgert viele Bürger.
Das Finanzamt Northeim-Herzberg (hier die Zentrale in Northeim) versendet derzeit die Aufforderungen, die Grundsteuerangaben in elektronischer Form abzugeben. Das geht nur online und ärgert viele Bürger. © Niko Mönkemeyer

Die Grundsteuererklärung kann nur in Ausnahmefällen nicht digital über das Steuerportal Elster abgegeben werden.

Northeim - Das hat der Sprecher des niedersächsischen Landesamtes für Steuern, Jörg Sievers, der HNA auf Anfrage mitgeteilt. In der Redaktion hatten sich mehrere Personen gemeldet, die sich nicht in der Lage sehen, die Erklärung online abzugeben.

„Keine Regel ohne Ausnahme“, sagte eine Sprecherin des Finanzamtes Northeim-Herzberg. Wer wirklich nicht in der Lage sei, die Erklärung online abzugeben, könne bald unter lstn.niedersachsen.de/steuer/steuervordrucke die Erklärung aufrufen, am Bildschirm ausfüllen, dann ausdrucken und ans Finanzamt schicken.

Ab Ende Juni sei es auch möglich, sich eine Papiererklärung zum schriftlichen Ausfüllen im Finanzamt zu holen. Diese Möglichkeit solle aber nur wenigen „Härtefällen“ vorbehalten bleiben. Verschickt würden die Formulare nicht, hieß es.

„Für das Gelingen der Grundsteuerreform ist es wichtig, dass fast alle Steuerpflichtigen ihre Grundsteuererklärung auf elektronischem Wege abgeben“, sagte Sievers. Die Reform stelle die Finanzämter vor große Herausforderungen, weil innerhalb sehr kurzer Zeit niedersachsenweit 3,6 Millionen Grundstücke neu zu bewerten seien.

Im Finanzamt Northeim-Herzberg geht man von 100 000 eingehenden Erklärungen aus. Diese Flut ist nach Sievers Worten ohne Einsatz digitaler Medien nicht zu leisten. Zu viele Papiersteuererklärungen würde zu viel Personal in den Finanzämtern binden. Bei der elektronischen Übermittlung würden außerdem die Eingaben gleich auf ihre Plausibilität überprüft. Dadurch könnten Rückfragen des Finanzamtes vermieden werden.

„Die Steuerverwaltung bemüht sich deswegen sehr, die elektronische Abgabe auch für Personen zu ermöglichen, die nicht über ausreichend Erfahrungen mit elektronischen Medien verfügen“, betonte Sievers. So sei es zulässig, sich von Familienangehörigen helfen zu lassen, die bereits über einen Elster-Zugang verfügen. Werde das Grundstück von einer Grundstücks- oder Hausverwaltung verwaltet, dürften auch diese den Eigentümern des Grundstücks bei der Grundsteuererklärung helfen. Man könne auch einen Steuerberater mit der Erstellung der Grundsteuererklärung beauftragen.

Die Grundsteuererklärung muss nur einmal abgegeben werden. Die Frist dafür beginnt am 1. Juli und endet am 31. Oktober. (Olaf Weiss)

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