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Fachwerk-5-Eck: Fotovoltaik in Altstädten ist kein Tabu

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Von: Olaf Weiss

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Projektleiterin Fachwerk-5-Eck
Wie kommen regenerative Energien in die Altstädte? Antworten darauf will das Fachwerk-5-Eck finden. Im Bild die Osthälfte des Zentrums von Northeim. © Axel Gödecke

Wie können regenerative Energien für Gebäude in historischen Altstädten nutzbar gemacht werden? Diese Frage ist ein Thema, mit dem sich das Fachwerk-5-Eck künftig schwerpunktmäßig befassen will.

Northeim / Hann. Münden – Ziel sei es, so teilte das Fünfeck mit, dass die Partnerstädte gemeinsam mit Experten Vor- und Nachteile der gängigen Energieträger erörtern, um die Eigentümer von Gebäuden in den historischen Stadtkernen gezielt beraten zu können. Bei der Installation von Anlagen spielten statische Fragen, der Brandschutz und nicht zuletzt auch der Denkmalschutz eine wichtige Rolle. Im Fünfeck haben sich die Städte Einbeck, Northeim, Osterode, Duderstadt, und Hann. Münden zusammengeschlossen.

Der Bau von Fotovoltaikanlagen auf Dächern historischer Gebäude scheitere nicht nur an denkmalpflegerischen Vorschriften, sagte die Projektleiterin des Fünfecks, Juliane Hofmann, im Gespräch mit der HNA. Ob eine Anlage genehmigt werde, sei immer eine Einzelfallentscheidung. Die fünf Städte wollen sich nach ihren Worten auf gemeinsame Regeln verständigen, nach denen Anlagen in den Altstädten genehmigt werden sollen.

Juliane Hofmann
Juliane Hofmann, Projektleiterin des Fachwerk-5-Ecks. © Pressestelle der Stadt Hann. Münden

Auf Dächern mit alten Ziegeln übernehme kein Handwerker die Gewährleistung für Schäden, die dort bei der Installation einer Fotovoltaik- oder Solaranlage entstehen können, sagte sie. Aus Brandschutzgründen würden auch Fotovoltaikanlagen bei vielen Gebäude zum Beispiel allein schon deshalb nicht genehmigt, weil sie eine elektrische Anlage seien und die dann aus Brandschutzgründen notwendigen Brandschutzmauern im Dachbereich fehlten.

Die Genehmigung von Solaranlagen ist nach ihren Worten unproblematischer. So erlaube die Stadt Duderstadt sie im Altstadtbereich in nicht sichtbaren Bereichen – also auf den Dachseiten in Richtung Innenhöfen.

Für die Altstädte könnten nach Hofmanns Worten aber auch gemeinschaftliche Lösungen interessant sein – beispielsweise die Wärmeversorgung mit einer Nahwärme-Anlage. Bei einer Konferenz haben sich die Bürgermeister der fünf Städte außerdem auf folgende weitere Schwerpunktthemen verständigt:

- Wohnen in Altstädten: Im Vordergrund steht vor allem die Sanierung sowie mögliche Umnutzungen von leer stehenden Laden- und Gewerbeflächen oder landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden zu Wohnraum. Davon sollen nicht nur die Innenstadtbewohner der fünf Kommunen profitieren, sondern auch die Menschen in den Dörfern. „Viele können sich gar nicht vorstellen, was man aus einer alten Immobilie machen kann“, sagte Hofmann. Deshalb fördere das Fünfeck die Entwicklung von Ideen mit Zuschüssen.

Außerdem erinnerte die Projektleiterin an die Internetseite wohnraum5eck.de. Dort gebe es zum einen eine Hausbörse, wo Fachwerkgebäude angeboten werden. Zum anderen gebe es dort Informationen und Beratungsangebote rund um Sanierung und bürgerschaftliches Engagement zur Erhaltung von alten Gebäuden.

- Tourismus: Die Region Südniedersachsen hat nach Ansicht des Fünfecks in den vergangenen Jahren als touristisches Ziel an Bedeutung gewonnen. Die Region und ihre Angebote noch besser bekannt zu machen, sei deshalb das Ziel. Dazu soll nach Hofmanns Worten vor allem die Öffentlichkeitsarbeit helfen. So habe sich das Fünfeck in diesem Sommer beispielsweise beim Tag der Niedersachsen in Hannover präsentiert und werde im nächsten Jahr eine Woche lang mit einem Stand bei der Landesgartenschau in Bad Gandersheim vertreten sein. Foto: Pressestelle Stadt Münden (Olaf Weiss)

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