Landkreis schließt Vertrag mit Werk-statt-Schule als Träger ab

Frauenhaus für Kreis Northeim startet 2022

Eine Frau sitzt am Boden und hält schützend die Hände über ihren Kopf. Eine Faust ist zu sehen. Die Frau versucht, der Gewalt des Mannes zu entkommen.
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Eine Frau wird mit Gewalt bedrängt. Das Foto ist ein Symbolbild.

Für Schutz suchende Frauen aus dem Northeimer Kreisgebiet, die von Gewalt betroffen sind, wird die Northeimer Werk-statt-Schule ein Frauenhaus einrichten.

Northeim - Das Ganze passiert im Auftrag des Landkreises Northeim. Betriebsbereit soll es ab 1. Januar 2022 sein. Der Zuschlagserteilung an den Verein, der das Fraueenhaus auch betreiben soll, hat der Kreisausschuss jetzt zugestimmt.

Die Werk-statt-Schule werde Personal im Umfang von vier Vollzeitstellen (davon 3,5 für Fachkräfte) einsetzen. Der Landkreis zahlt 409 000 Euro jährlich. Darin ist die Bereitstellung der Immobilie enthalten.

Der Auftragsvergabe vorausgegangen war laut Kreisverwaltung eine europaweite Ausschreibung. Durch diese sollte ein geeigneter, unabhängiger Träger gefunden werden, der für passende Räumlichkeiten sorgt, die Platz für acht Frauen und deren Kinder bieten. Die Vergabe sieht eine 15-jährige Betriebsdauer vor.

„Mit der Werk-statt-Schule haben wir einen Partner gewonnen, der sehr gut in bestehende lokale und regionale Netzwerkstrukturen eingebunden ist“, betont Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. Wert gelegt habe der Kreis bei der Ausschreibung auch Barrierefreiheit im Frauenhaus, auf die Möglichkeit der Förderung der finanziellen Unabhängigkeit der betroffenen Frauen sowie die Aufnahmemöglichkeit von über 12-jährigen Söhnen. Darüber hinaus sollen die Frauen neben dem unmittelbaren Schutz durch die Aufnahme auch mit Beratung nachbetreut werden, wenn sie wieder ausgezogen sind.

Julia Kögler, Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Northeim

„Das Know-how im Bereich der Beratungsarbeit wird es der Werk-statt-Schule ermöglichen, die geforderten Kernelemente umzusetzen und die bestehende Versorgungslücke für von Gewalt betroffenen Frauen im Landkreis zu schließen“, kommentiert die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Julia Kögler die Auftragsvergabe an die Werk-statt-Schule.

Wo genau das Frauenhaus eingerichtet werden soll, will der Landkreis aus Sicherheitsgründen nicht mitteilen. Der Standort solle aber eine gute Erreichbarkeit von Betreuungseinrichtungen, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und anderen Beratungsstellen gewährleisten.

Bislang ist Frauenhaus Göttingen Anlaufstelle

Bislang müssen Frauen auf Einrichtungen in Nachbarkreisen ausweichen, wenn sie dringend eine Bleibe suchen, um vor Gewalt durch den Partner geschützt zu sein, zum Beispiel im Frauenhaus Göttingen. Hier wurden im vorigen Jahr nach Angaben des Vereins Frauenhaus 80 Frauen und 91 Kinder aufgenommen. 141 Frauen und 188 Kinder seien aber aus Platzmangel oder Sicherheitsgründen an andere Häuser verwiesen worden. Es gab zudem 830 Beratungen. (Axel Gödecke)

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