Direktkandidatin für Wahlkreis Goslar-Northeim-Osterode

Frauke Heiligenstadt aus Gillersheim will für die SPD in den Bundestag

Blumen für die gewählte SPD-Bundestagskandidatin: Frauke Heiligenstadt (Mitte) mit (v.l.) Petra Emmerich-Kompatsch, Marcus Seidel, Alexander Saade und Doris Glahn.
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Blumen für die gewählte SPD-Bundestagskandidatin: Frauke Heiligenstadt (Mitte) mit (v.l.) Petra Emmerich-Kompatsch, Marcus Seidel, Alexander Saade und Doris Glahn.

Frauke Heiligenstadt (54) tritt bei den Bundestagswahlen am 26. September für die SPD im Wahlkreis 52 Goslar-Northeim-Osterode an. Die derzeitige Landtagsabgeordnete wurde zur Kandidatin gekürt.

Northeim / Osterode – Die 64 Delegierten der SPD-Unterbezirke Northeim-Einbeck, Göttingen, Goslar bei der Wahlkonferenz haben Frauke Heiligenstadt mit 94 Prozent der Stimmen zur Kandidatin gekürt. In den Umfragen sieht es nicht gut aus für die SPD, räumte die Diplom-Verwaltungswirtin in ihrer Bewerbungsrede in der Stadthalle in Osterode ein.

Die Pandemie bremse „politisch tätige Menschen“ aus. Trotzdem sei alles offen. Die CDU, ergänzte der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD), in einem eingespielten Grußwort, trete nicht mit der Kanzlerin als Spitzenkandidatin an.

„Ich will meinen Wahlkreis direkt gewinnen“, erklärte Heiligenstadt kämpferisch und bekam dafür kräftigen Applaus. Bei den Landtagswahlen sei ihr das seit 2003 immer gelungen. Bildungspolitik liege ihr besonders am Herzen. Sie habe in ihrer Amtszeit als niedersächsische Kultusministerin (2013-17) unter anderem die Abschaffung des Turboabiturs durchgesetzt, neue Integrierte Gesamtschulen auf dem Weg gebracht und die Schulsozialarbeit zur Ländersache gemacht. Ein guter Bildungsabschluss dürfe keine Sache des Geldbeutels sein, betonte die Mutter einer Tochter.

Vertraut sei ihr aber auch die „politische Königsdisziplin“ der Haushalts- und Finanzpolitik, stellte die Gillersheimerin klar. So habe sie von 1991 an – als erste Frau – den Finanzausschuss der Gemeinde Katlenburg-Lindau geleitet. Aktuell gehöre sie dem Finanzausschuss des Niedersächsischen Landtags an.

Im knapp 100 Seiten starken SPD-Programm zur Bundestagswahl, „Zukunft. Respekt. Europa“, sprächen sie vor allem die Ausführungen zum Thema Respekt an, erklärte Heiligenstadt. Sie habe Respekt vor dem Einsatz der Heldinnen des Alltags – Kassiererinnen und Ärztinnen, Pflegekräften und Busfahrern. Aus Respekt vor der Lebensleistung von Arbeitnehmern setze sie sich für den Ausbau der Grundsicherung zum Bürgergeld ein. Respekt zollte sie Zuwanderern und Flüchtlingen, deren Wissen und Lebenserfahrung sie würdigte.

Die Sozialdemokratin distanzierte sich von Rassismus und Antisemitismus und erklärte unter Applaus, dass sie rechte Parteien aus dem Bundestag drängen wolle. Respekt habe sie aber auch vor dem Amt einer Bundestagsabgeordneten. Sie betrachte es als Hauptberuf. Nebeneinkünfte habe sie keine. (Michael Caspar)

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