Das Ensemble „nur.blech“ begeistert 100 Zuhörer im Hardegser Muthaussaal

Fünf Bläser für ein Halleluja

Fünf „Dilettanten“ in Aktion: Die Bläserformation „nur.blech“, bestehend aus Manfred „Manni“ Schmidt, Markus Buhrmann, Rüdiger Brandt, Daniel Neufeld und Michael Horber (von links), im Muthaussaal.

Hardegsen. „Wir sind nur Dilettanten“, so tief stapelte Moderator und Posaunist Markus Buhrmann bei der Einleitung zum Konzert des Quintetts „nur.blech“ im Hardegser Muthaussaal. Außerdem sei er eigentlich krank und habe die ganze Woche im Bett gelegen.

So viele Vorschuss-Entschuldigungen brauchten die fünf Blechbläser aber gar nicht. Und Buhrmanns Einschätzung im Gespräch nach dem Konzert, die Leistung des Ensembles sei „grenzwertig“ gewesen, hätten die 100 begeisterten Zuhörer und der Veranstalter, die Kulturinitiative Hardegsen, mit Sicherheit nicht geteilt.

Klassik und Jazz

Wahr ist allerdings, dass es sich nicht um Berufsmusiker handelt, sondern sie gehen alle bürgerlichen Berufen nach, weswegen sie nur alle zwei bis drei Wochen üben.

Die Ansage „Vor der Pause Klassik, nach der Pause Jazz und Blues“ erwies sich als „Mogelpackung“. Zwar spielten die fünf Musiker Händels „Ombra mai fu“ aus der Oper „Xerxes“ schnörkellos, sanft und innig - auf Blechblasinstrumenten keine Kleinigkeit. Aber bei anderen klassischen Werken von Beethoven, Rossini und Verdi kam ein wesentlicher Charakterzug des Ensembles zum Tragen: „ein wenig crazy“, O-Ton Buhrmann, also ein bisschen verrückt. Die Arrangements waren unerwartet, spannend, gegen den Stil gebürstet und oft von modernen Rhythmen getragen.

Das erforderte natürlich, zusätzlich zum schönen Ton, ein hohes Maß an Präzision. Damit hatten Buhrmann und seine Mitstreiter Manfred „Manni“ Schmidt und Michael Horber (Trompete), Daniel Neufeld (Posaune) und Rüdiger Brandt (Tuba) keine Probleme. Gewürzt wurden die Musikvorträge durch Buhrmanns launigen und kenntnisreichen Ankündigungen.

Drei Zugaben

Kompositionen von Bert Kämpfert und Fats Waller, ein Frank-Sinatra-Medley und der bekannte Evergreen „Come Back to Sorrento“ (Komm’ zurück nach Sorrent) prägten den zweiten Teil. Er schloss mit einer Kompilation aus „When the Saints Go Marchin’ in“ und Händels Chor „Halleluja“, arrangiert von dem berühmten Bläserquintett Canadian Brass.

Das begeisterte Publikum freute sich über die drei Zugaben „Amazing Grace“ (Erstaunliche Gnade), „Guten Abend, gut’ Nacht“ und „Sometimes I Feel Like a Motherless Child“ (Manchmal fühle ich mich wie ein mutterloses Kind).

Von Anne-Lise Eriksen

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