Galgenfrist für Dorf-Kindergarten

Intensive Betreuung: Im Selbsthilfe-Kindergarten Ahlshausen macht der Kindergarten-Alltag sichtlich Spaß, links Leiterin Elisabeth Losch. Archivfoto: Steensen

Ahlshausen/Einbeck. Der Selbsthilfekindergarten Ahlshausen wird noch nicht geschlossen. Eine Entscheidung über die Zukunft der Einrichtung hat der Fachausschuss für Jugend, Familie und Soziales des Einbecker Stadtrates vertagt.

Bis Februar ist der Kindergarten jetzt aufgefordert, eine positive Entwicklung mit verbindlichen Anmeldungszahlen für die nächste Zeit zu belegen und ein Kooperationskonzept mit dem nahen Selbsthilfekindergarten Opperhausen zu erarbeiten.

Derzeit besuchen nur sieben Kinder die vor mehr als 35 Jahren gegründete Betreuungseinrichtung in Ahlshausen. Die Stadt gleicht das Defizit von zurzeit 52 000 Euro pro Jahr aus.

Der Vertrag über diesen Ausgleich ist von der Stadt bereits gekündigt. „Wir haben den Eindruck, wir waren schon beschlossen tot“, sagte die Vorsitzende des Selbsthilfekindergartens Ahlshausen, Dr. Brigitte Friedrichs, in der Ausschusssitzung. „Wir möchten aber wenigstens die Chance haben, noch weiterzumachen.“ Mit dem Kindergarten würde auch eine Institution im Dorf verschwinden, in die die Eltern in den vergangenen Jahrzehnten viel investiert hätten.

Die derzeit wenigen Kinder seien eine Momentaufnahme. Die in den vergangenen Monaten entstandene Unsicherheit habe mit dazu beigetragen, dass Eltern zögerten, ihre Kinder anzumelden. Das wäre anders gewesen, wenn die Zukunftsprobleme nicht so hochgekocht wären, meinte die Kindergarten-Vorsitzende.

Kopka: „Chance verdient“

„Der Kindergarten hat noch eine Chance verdient“, sagte René Kopka (SPD). Anmeldezahlen vorherzusagen sei immer schwer. Dr. Oliver Rittmeyer (Bürgerliste/GfE) ärgerte sich darüber, dass wegen 50 000 Euro so schnell „Tabula rasa“ gemacht werde: „Wir wollen doch politisch die Ortschaften fördern.“

„Ein Kindergarten ist dafür da, Kinder zu betreuen“, entgegnete Dr. Reinhard Binder (FDP). Und wenn die nicht mehr da seien, „kann ich nicht entscheiden, wie Sie es gerne hören möchten“. Für Dr. Binder steht das Ergebnis fest, ist der aktuelle Beschluss nur eine Verzögerung. (zfb)

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