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Jägerschaft warnt vor aktivem Wild in der Dämmerung

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Von: Kathrin Plikat

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Ein verendetes Reh liegt an einem Straßenrand.
Symbolbild: Die Gefahr von Wildunfälle steigt wieder an.  © Patrick Pleul/dpa

In der Nacht zu Sonntag werden die Uhren um eine Stunde auf Sommerzeit vorgestellt. Zeitgleich herrscht in Wald und Flur Hochbetrieb: Vom ersten, wieder sprießenden Grün werden Rehwild und Co. angelockt, um nach einer langen Fastenzeit unter anderem die Energievorräte wieder aufzufüllen.

Northeim – Die Folgen sind laut Ralf-Günter Rahnert, Vorsitzender der Jägerschaft Northeim, eine erhöhte Aktivität der Tiere und damit leider auch mehr Wildunfälle. Die Zeitumstellung erhöhe dieses Risiko zusätzlich, denn der morgendliche Berufsverkehr falle wieder in die Zeit der Dämmerung.

„Wildtiere kennen keine Zeitumstellung“, so Rahnert, „sie folgen ihrem natürlichen Rhythmus, und das bedeutet vermehrte Aktivität in der Dämmerung.“ Die Folge: Mensch und Tier haben die gleiche Aktivitätsphase, denn während sich in der Morgendämmerung viele Berufstätige auf den Weg zur Arbeit machen, verlassen die Wildtiere ihre Deckung auf der Suche nach Futter. Das Risiko von gefährlichen Begegnungen, besonders an Wald- und Feldrändern, steige damit rapide an, so Ralf-Günter Rahnert. Seine Tipps: Fuß vom Gas, erhöhte Wachsamkeit und Warnhinweise beachten.

Zeitumstellung auf Sommerzeit kann Gefahr eines Wildunfalls steigern

„Besonders an Streckenabschnitten mit roten oder blauen Wildwarnreflektoren ist es gefährlich. Hier gab es in der Vergangenheit immer die meisten Wildunfälle.“ Deshalb wurden die Reflektoren in Abstimmung mit Polizei und Straßenbehörde an den Leitpfosten angebracht.

Sollte es trotz aller Vorsicht dennoch zu einem Wildunfall kommen, müsse die Unfallstelle gesichert und sofort die Polizei benachrichtigt werden, auch wenn das Tier wegrennt, so Rahnert weiter. Die Polizei informiere den zuständigen Jagdpächter, der dann versuchen werde, dass wahrscheinlich schwer verletzte Tier aufzuspüren.

Ralf-Günter Rahnert
Ralf-Günter Rahnert © Hans-Peter Niesen

Der Jägerschaft-Vorsitzende erinnert in dem Zusammenhang daran, dass zum Beispiel ein totes Reh oder Wildschwein nach einem Unfall nicht einfach mitgenommen werden darf. Denn das würde den Tatbestand der Wilderei erfüllen. (Kathrin Plikat)

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