Landwirt probiert Energiepflanze aus Amerika aus 

Gelbe Pracht auf einem Acker bei Asche: Bienenweide fürs Biogas

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Ist von der Durchwachsenen Silphie überzeugt: Unser Foto zeigt Walter Klinge vor dem Feld an der Straße zwischen Hettensen und Asche. 

Asche. Sie kommt aus Amerika, gehört zur Familie der Korbblütler und gilt als potenzielle Energiepflanze, die dem Mais als Substrat für Biogasanlagen Konkurrenz machen könnte: die Durchwachsene Silphie.

Ob die von Juni bis September blühende Pflanze diesem Anspruch wirklich gerecht werden kann, wird derzeit in der Hardegser Ortschaft Asche getestet, die über die Grenzen des Landkreises Northeim hinaus für ihre Vorreiterrolle als Bioenergiedorf bekannt ist.

„Ich freue mich, dass mein Sohn Martin diesen Versuch unternimmt“, sagt Walter Klinge, der 2009 mit der Inbetriebnahme einer Biogasanlage den Grundstein für die Bioenergiegenossenschaft gelegt hat, die heute mehr als 60 Häuser im Dorf über ein Fernwärmenetz versorgt.

Zusammen mit einem weiteren örtlichen Landwirt hat Klinges Sohn auf insgesamt 6,5 Hektar Ackerfläche die Durchwachsene Silphie angebaut – und das schon vor zwei Jahren, denn im ersten Jahr wird die Pflanze nur kniehoch. „Erträge gab es aber trotzdem“, verrät Walter Klinge, „denn auf den Flächen wurde mit einer besonderen Sätechnik gleichzeitig auch Mais eingesät, der im ersten Jahr mit herkömmlicher Häckseltechnik abgeerntet werden konnte.“ Kosten: 2000 Euro pro Hektar.

Erst im zweiten Jahr entwickelt sich die Durchwachsene Silphie zu ihrer vollen Größe und bietet derzeit mit ihren gelben Blüten nicht nur einen schönen Anblick, sondern auch reichlich Futter für Insekten.

„Wenn die Sonne scheint, brummt es hier wie verrückt“, sagt Klinge und ergänzt, dass die leuchtend gelben Felder auch als Fotomotive derzeit eine große Anziehungskraft haben. Er kann sich durchaus vorstellen, dass die Silphie für die Region die Energiepflanze der Zukunft sein könnte, denn sie liefere ebenso viel Biomasse wie Mais und habe darüber hinaus einige Vorteile.

„Anders als der Mais bezieht die Silphie ihre Feuchtigkeit nicht nur aus dem Boden, sondern auch aus den Blattbechern und gedeiht daher auch auf trockenen Standorten.“

Der größte Vorteil im Hinblick auf die Bewirtschaftung der Felder ist aber, dass es sich bei der Durchwachsenen Silphie um eine mehrjährige Pflanze handelt, die für mehrere Jahre als Dauerkultur angelegt werden kann.

„Wir können uns also das jährliche Neueinsäen sparen“, sagt Klinge. „Und das bedeutet, dass wir auch weniger Diesel verbrauchen und die Umwelt weniger belasten.“

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