Geschützer Blick auf die Vogelwelt des Leinepolders

+
Beton marsch: Von links freuen sich über die Grundsteinlegung Mattias Hunsche, Dr. Monika Körner, Thomas Koblitz von der Kreis-Sparkasse, Stephan Freist, Bettina Scheerbarth von der Hahnemühle, Albert Engel und Fred Marten.

Hollenstedt. Die Beobachtungsplattform an der Geschiebesperre am Leinepolder bei Hollenstedt erfreut sich großer Beliebtheit. Die Gesellschaft für Naturschutz aus Einbeck (Gfn) zählte zu Spitzenzeiten an Vormittagen bis zu 150 Besucher, die die Vogelwelt am Leinepolder beobachteten.

Damit dies auch künftig möglich ist, wird jetzt für 15 000 Euro eine neue Beobachtungsplattform gebaut.

„Die alte Hütte aus Holz war in einem maroden Zustand. Das Wetter hatte ihr über die Jahre zugesetzt“, sagte Dr. Monika Körner, stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft für Naturschutz. Ein weiteres Problem war die Höhe der Holzbrüstung. „Kinder hatten keine Möglichkeit, die Vögel zu beobachten. Auch das Problem lösen wir mit der neuen Plattform“, ergänzte Körner. Kleine Gucklöcher in der Holzverkleidung machen dies künftig möglich.

Der bisher laut Meinung des Vereins eher provisorische Beobachtungspunkt wird durch ein fast drei Meter hohes Bauwerk ersetzt. „Die vielfältige Vogelwelt auf der Wasserfläche der Geschiebesperre sowie im Uferbereich und in den angrenzenden Feuchtgebieten lässt sich so erheblich besser beobachten“, berichtet Albert Engel vom Gfn. Gesponsert wird der Aussichtspunkt von der Kreis-Sparkasse Northeim und der Hahnemühle Fineart aus Dassel. „Ich habe im vergangenene Jahr an einer Führung teilgenommen und war begeistert vom Vogelparadies im Leinepolder, von dem ich bis dahin gar nichts ahnte“, erinnerte sich Bettina Scheerbarth, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Hahnemühle. Scheerbarth war damit eine der jeweils rund 50 Besucher, die an den Führungen des Gfn teilgenommen haben. Diese bietet der Verein regelmäßig an.

Während der Grundsteinlegung fuhr ein Betonmischer mit Pumpkran an die Aussichtsplattform. Mehrere hundert Graugänse in der Geschiebesperre zeigten sich davon erst unbeeindruckt, bevor sie dann doch vorrübergehend auf den Kiessee flogen. „Unsere Vogelwelt ist von europaweiter Bedeutung. Die Graugänse sind ganzjährige Gäste, doch auch sonst ist hier viel los“, sagte Fred Marten, Fachdienstleiter Naturschutz des Landkreises Northeim. „Besonders in der Zugzeit machen die Vögel hier Rast, tanken Kraft und überwintern hier auch“, erzählte Marten. Möglich macht dies die kontinuierliche Strömung der Leine, die auch in harten Wintern nicht zufriert.

Die Geschiebesperre, auch Geröllsperre genannt, an der sich die Aussichtsplattform befindet, dient der Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit. Somit wird verhindert, dass sich die Leine weiter ins Gelände gräbt. Außerdem können sich so Feststoffe absetzen und gelangen nicht weiter in das Hochwasser-Rückhaltebecken.

Besucher können sich schon bald auf die neue Plattform freuen. Acht Kubikmeter Betonfundament sind dafür bereits gegossen worden. Die weiteren Arbeiten am Gebäude und am neuen Treppenaufstieg beginnen in Kürze. (kn)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.