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Gewerbesteuer: Einige Kommunen im Kreis Northeim haben Rekordeinnahmen

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Von: Axel Gödecke

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Freude im Northeimer Rathaus: Auch die Stadt Northeim hatte 2021 eine Rekordeinnahme bei der Gewerbesteuer zu verzeichnen.
Freude im Northeimer Rathaus: Auch die Stadt Northeim hatte 2021 eine Rekordeinnahme bei der Gewerbesteuer zu verzeichnen. © Niko Mönkemeyer

Die meisten Städte und Gemeinden haben im vorigen Jahr einen ordentlichen Batzen Geld an Gewerbesteuern eingenommen, teils sogar Rekordergebnisse erzielt.

Landkreis Northeim - Sieben von neuen Kommunen hatten Zuwächse zu verzeichnen. Am deutlichsten Northeim mit einem Rekord von 16,6 Millionen Euro. Damit folgen die hiesigen Städte und Gemeinden dem Bundestrend, hatte doch das Statistische Bundesamt kürzlich mit 61,1 Milliarden Euro eine Rekordeinnahme bei der Gewerbesteuer für die Kommunen seit Beginn der Zeitreihe 1991 vermeldet. Allein 2021 habe es ein Plus von 35 Prozent gegeben.

Die Stadt Northeim konnte dieses Ergebnis sogar noch toppen, denn sie verdoppelte nach eigenen Angaben ihre Gewerbesteuereinnahmen trotz seit Jahren konstantem Steuersatz gegenüber dem ersten Coronajahr 2020 wahrscheinlich auf einen Allzeitrekord von 16,6 Millionen Euro. Nachzahlungen der Betriebe machten es möglich. Für dieses Jahr geht die Stadt jedoch wieder von nur 11,5 Millionen Euro aus, etwa so viel wie 2014, 2016 oder 2019.

Auch die Stadt Uslar konnte sich laut Bürgermeister Torsten Bauer über ein deutliches Gewerbesteuerplus im vorigen Jahr freuen. 10,7 Millionen Euro kamen in die Kasse, 4,7 Millionen Euro mehr als 2020. Noch mehr eingenommen habe man 2018 mit 12 Millionen Euro. Die Prognose für dieses Jahr liege bei nur 7,1 Millionen Euro, auch weil man zum Jahresstart den Gewerbesteuerhebesatz um 30 Punkte auf 395 Prozent gesenkt habe.

Torsten Bauer
Torsten Bauer, Bürgermeister Uslar © Frank Schneider

Moringen weist mit 2,76 Millionen Euro in 2021 sogar eine Rekordeinnahme seit mindestens zehn Jahren aus. Fast eine Million Euro mehr als 2020 flossen ins Stadtsäckel, bedingt durch Nachzahlungen. Bürgermeister Heike Müller-Otte: „Auch in 2022 steuern wir wieder auf ein Rekordergebnis zu.“

Einbeck habe im „deutschen Rekordjahr“ 2021 lediglich mit einem geringen Gewerbesteuerplus punkten können, berichtet Kämmerer Christian Rohner. Eingenommen habe man 12 Millionen Euro, 230 000 Euro mehr als im Jahr zuvor. 2018 habe man aber noch mehr mit 12,5 Millionen Euro verbucht. Für das laufende Jahr 2022 ist Rohner allerdings skeptisch. Die im Etat prognostizierten 11,8 Millionen Euro werde man wohl wegen der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auch auf die regionale Wirtschaft nicht erreichen können. Der Gewerbesteuerhebesatz in der Bierstadt liegt bei 400 Prozent.

Die Gemeinde Katlenburg-Lindau vermeldet laut Bürgermeister Uwe Ahrens für 2021 ein deutliches Plus bei den Gewerbesteuereinnahmen gegenüber dem Vorjahr. Fast 2,1 Millionen Euro seien von den Betrieben geflossen, rund 700 000 Euro oder stattliche 56 Prozent mehr als 2020. Ein Rekord ist das aber nicht. So nahm die Gemeinde beispielsweise 2018 insgesamt 2,3 Millionen Euro ein. Für dieses Jahr rechnet die Gemeinde laut Ahrens bei weiter konstantem Hebesatz von 380 Prozent aber mit fast 2,5 Millionen Euro.

Die Gemeinde Bodenfelde konnte sich im vorigen Jahr ebenfalls über ein deutliches Einnahmeplus bei der Gewerbesteuer von rund 300 000 Euro freuen. Rund eine Million Euro seien geflossen, betont Bürgermeister Gerald Wucherpfennig, der auch für das laufende Jahr optimistisch ist und mit einer Million Euro Einnahme kalkuliert. Der Steuer-Hebesatz sei seit Jahren konstant und liege bei 380 Prozent.

Einen spürbaren, wenn auch nicht rekordverdächtigen Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen vermeldet auch die Gemeinde Kalefeld. Laut Kämmerer Christian Grönnert hat die Gemeinde im vorigen Jahr 1,79 Millionen Euro verbucht, 240 000 Euro oder 13,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Für dieses Jahr rechnet Grönnert mit Einnahmen von 2,2 Millionen, unter anderem auch aufgrund einer zum Jahresanfang beschlossenen Anhebung des Hebesatzes um 40 Punkte auf 420 Prozent.

Für den Flecken Nörten-Hardenberg vermeldet Bürgermeisterin Susanne Glombitza hingegen bei seit Jahren konstantem Hebesatz von 330 Prozent ein Minus bei der Gewerbesteuer im vorigen Jahr. „2021 hatten wir rund 7,5 Prozent weniger Gewerbesteuereinnahme als 2020“, sagt sie und kann dennoch auf beachtliche 6,5 Millionen Euro verweisen, die die Betriebe auf den zahlreichen Gewerbeflächen des Fleckens abführten.

Ebenfalls ein Minus hatte die Stadt Hardegsen im vorigen Jahr bei den Gewerbesteuererträgen zu verzeichnen. Laut Bürgermeister Lars Gunnar Gärner beliefen sich die Einnahmen in 2021 auf 2,44 Millionen Euro. Das sei zwar mehr gewesen als die 2,1 Millionen Euro, die im Planansatz gestanden hätten. 2020 habe die Stadt aber trotzdem mit 2,5 Millionen Euro noch etwas mehr eingenommen. Die Prognose für dieses Jahr fällt weniger optimistisch aus. Gärner: „Wir kalkulieren mit Mindereinnahmen von aktuell 300 000 Euro.“ Der Gewerbesteuerhebesatz in der Stadt Hardegsen liegt seit Jahren konstant bei 360 Prozent.

Das ist Gewerbesteuer

Gewerbesteuer zahlen Betriebe auf Gewinne. Sie kommt den Städten und Gemeinden zugute, in denen sich der Sitz oder Produktionsstätten befinden. Ermittelt wird sie vereinfacht wie folgt: Zunächst wird der Steuermessbetrag errechnet. Das sind 3,5 Prozent vom Unternehmensgewinn (abzüglich Verlust aus Vorjahren). Dieser Betrag wird mit dem von der Kommune festgelegten Hebesatz multipliziert. Dieser schwankt im Kreis zwischen 330 (Nörten) und 420 (Kalefeld). (Axel Gödecke)

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