Ensemble Résonance und Göttinger Barockorchester beeindruckte das Publikum

Glanzvolle Klänge im Dom

BAD GANDERSHEIM. Zwei Werke von Georg Friedrich Händel eröffneten die Gandersheimer Dommusiktage: Dixit Dominus und das Dettinger Te Deum.

Das Dixit Dominus schrieb der 21-Jährige 1706 während seines ersten Aufenthalts in Italien, wo der glänzende, auch äußerlich attraktive Musiker, Il famoso Sassone, in den Adelshäusern Roms herumgereicht wurde. Es ist die Vertonung des 110. Psalms, der Schilderung eines Inthronisationsrituals, das sich auf die Könige Israels bezog und ins Christliche umgedeutet wurde. Eine überbordende Fülle ständig neuer musikalischer Einfälle in kunstvoller Verarbeitung zeugt von der Genialität und Schaffenslust des jungen Komponisten.

Das Dettinger Te Deum entstand 37 Jahre später in London nach dem Sieg der Engländer über die Franzosen in der Schlacht bei Dettingen, der den Erbfolgekrieg beendete. Der festliche, triumphale Charakter des Ambrosianischen Lobgesangs macht ihn wie geschaffen für Siegesfeiern und inspiriert Händel zu einer glanzvollen Besetzung. Fanfarenklänge von drei Trompeten und Pauke eröffnen das Werk.

Es ist großräumig angelegt mit klanggewaltigen Chören und rauschender Bewegung im Orchester, aus dem immer wieder die Trompeten hervortreten. Den einzigen größeren Solopart hat ein Bass.

Text schwer zu verstehen

Unter der Leitung von Martin Heubach sang das zwölfköpfige Ensemble Résonance Vocale, begleitet vom Göttinger Barockorchester. Die solistisch ausgebildeten Sängerinnen und Sänger entfalteten einen großen, üppigen Chorklang. Virtuos wetteiferten die Stimmen im Geflecht polyphoner Mehrstimmigkeit, verliehen der Beschwörung des ewigen Bundes machtvolles Pathos und demonstrierten das Zerschmettern der Feinde Israels mit Staccato-Ausrufen im Fortissimo. Der Text war allerdings nicht immer zu verstehen und selbst beim Mitlesen schwer zu verfolgen.

Das Göttinger Barockorchester musizierte mit Elan auf hohem technischem Niveau. Trompete und Cello taten sich in konzertierenden Partien der Arien hervor. Die Gesangssoli waren mit Ensemblemitgliedern besetzt. Mit metallischem Timbre gestaltete Hinrich Horn die Bassarien des Te Deums. In den Arien des Dixit Dominus beeindruckte vor allem Magdalene Harers klarer, schöner Sopran.

Die Aufführung stand unter anhaltender Hochspannung, die den lyrischen Abschnitten nicht immer guttat. Erst im letzten Teil des Te Deums gab es Momente ruhiger Zuversicht und Innerlichkeit.

Von Edelgard Winterberg

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