Waffe illegal erworben

Ehefrau durch Kopfschuss getötet: Mann spricht von Versehen

Löste sich der Schuss versehentlich? Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt im Todesfall einer 27-jährigen Frau aus Einbeck im Landkreis Northeim (Niedersachsen).
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Löste sich der Schuss versehentlich? Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt im Todesfall einer 27-jährigen Frau aus Einbeck im Landkreis Northeim (Niedersachsen).

Mord oder Unfall? In Einbeck im Kreis Northeim in Niedersachsen wurde eine Frau erschossen. Der mutmaßliche Schütze ist ihr Ehemann. Er spricht von einem Versehen.

  • In Einbeck bei Göttingen (Niedersachsen) wurde eine Frau erschossen.
  • Der Ehemann soll mit einer illegal erworbenen Waffe geschossen haben.
  • Nun kamen weitere Details zu dem 48-jährigen Ehemann und der Tat ans Licht

Update vom Dienstag, 21.04.2020, 06.16 Uhr: Der gewaltsame Tod einer 27-jährigen Frau in Einbeck im Landkreis Northeim (Niedersachsen) beschäftigt derzeit die Ermittler der Polizei Northeim. Die 27-Jährige wurde am 14.04.2020 tödlich durch einen Kopfschutz verletzt. Der mutmaßliche Schütze ist der Ehemann der Verstorbenen. Er gab an, dass sich der Schuss versehentlich beim Reinigen der Waffe gelöst habe. 

Kurdische Frauenorganisationen sind dagegen überzeugt, dass es ein Femizid war, also ein Frauenmord. Laut Staatsanwaltschaft Göttingen hatte der Ehemann die Pistole illegal erworben. Auch weitere Informationen zu dem Mann, der seine Frau in Einbeck erschossen haben soll*, kamen ans Licht. So war der 48-Jährige vor 18 Jahren Ziel eines Anschlages in Einbeck gewesen. Damals im Oktober 2002 hatte ein Heckenschütze sieben Schüsse auf ein mit drei Personen besetztes fahrendes Auto abgefeuert, in dem unter anderem der heute 48 Jahre alte Kurde saß.

Göttingen: Mann erschießt Ehefrau in Einbeck - War es ein Versehen?

Erstmeldung vom 18.04.2020: Einbeck - Ein 48 Jahre alter Mann aus Einbeck im Landkreis Northeim (Niedersachsen) soll am Dienstag (14.04.2020) seine 27-jährige Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in Einbeck erschossen haben. Die Pistole soll der Mann illegal erworbenen haben.

Das teilte die Staatsanwaltschaft Göttingen, die in der Sache jetzt ermittelt, am Freitag mit. Der Tatzeitpunkt war am Dienstag um kurz nach Mitternacht.

Frau in Einbeck erschossen: Staatsanwaltschaft Göttingen zu den Ermittlungen

Der Fokus der Ermittlungen richtet sich laut Andreas Buick, Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen auf die Frage, ob es sich um ein vorsätzliches Tötungsdelikt handelt oder ob der Beschuldigte die Geschädigte möglicherweise fahrlässig tötete, weil sich unbeabsichtigt ein Schuss löste.

Frau in Einbeck erschossen: Mann hat selbst den Notruf gewählt

Unmittelbar nach der Tat, so Buick weiter, habe der Beschuldigte über die Notrufleitung der Feuerwehr mitgeteilt, dass er glaube, seine Ehefrau erschossen zu haben. 

Da der 48-Jährige massiv unter Alkoholeinfluss gestanden habe und ein Arzt aufgrund des Zustandes des Beschuldigten eine Haftfähigkeit verneint habe, sei der Einbecker unter polizeilicher Bewachung zunächst in ein Krankenhaus gebracht worden.

Frau in Einbeck erschossen: Mutmaßlicher Täter auf freiem Fuß

Zum derzeitigen Zeitpunkt bestehe kein dringender Tatverdacht wegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts, betonte Buick. Der bislang unbestrafte 48-Jährige wurde aus diesem Grunde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft auf freien Fuß gesetzt. Er schweige zu den Vorwürfen. Die Ermittlungen dauern an.

Von Axel Gödecke und Heidi Niemann

In Göttingen läuft derzeit der Mordprozess gegen Frank N., der im September 2019 in Göttingen-Grone zwei Frauen auf offener Straße getötet haben soll - jetzt gab es eine überraschende Wende im Prozess.

Für Aufsehen sorgte auch ein Mordfall in Lindau: Ein 60-Jähriger soll Anfang Juli 2019 im Verlauf eines Trennungsstreits mit einem Küchenmesser zunächst auf eine Freundin seiner Ex-Partnerin eingestochen und diese schwer verletzt haben. Danach habe er seine frühere Lebensgefährtin durch neun mit voller Wucht ausgeführte Messerstiche in den Rumpfbereich getötet. Laut der Aussage eines Polizeibeamten vor Gericht, soll der Tat häusliche Gewalt vorausgegangen sein.

Wir berichten weiter.

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